CESS Ausbildungspatenschaften

Francis Klu ist ein 12jähriger Junge aus Bantuma. Ein intelligenter Junge, sagen seine Lehrer. Als er drei Jahre alt war, starb sein Vater. Seitdem ist das Leben für ihn, seine kranke Mutter und sechs Geschwister hart geworden. Für den Schulbesuch reicht das Geld kaum. Muß er seine Ausbildung darum abbrechen?

Die Schulpflicht in Ghana beträgt neun Jahre (sechs Jahre Primary School = Grundschule sowie drei Jahre Junior Secondary School = Untere Sekundarstufe). Sowohl die Familien als auch der Staat wissen um die Bedeutung von Bildung: Sie ist der Schlüssel zur Entwicklung.

Modernes Leben erfasst das Land mehr und mehr. Wer Zeitung lesen will, muß Englisch können. Mathematik erleichtert erfolgreichen Handel. Hygiene, Umweltschutz und Gesundheitsvorsorge finden über die Kinder den Weg in die Familien.

In der Praxis gibt es aber Hindernisse für den Schulbesuch: Gerade auf den Dörfern fehlen häufig Schulen oder – wenn es sie gibt – sind sie hoffnungslos überfüllt, alt und in schlechtem Zustand. Eine CRAN-Studie in einem Dorf der West-Region zeigte, dass von 2000 schulpflichtigen Kindern gerade ein Drittel zur Schule geht. Die restlichen zwei Drittel bleiben außen vor.

Ein zweiter Grund hält vom Schulbesuch ab: Er kostet Geld. Sowohl aktiv: für Schuluniformen und -geld, Bücher und Stifte, als auch passiv, weil die Jungen und Mädchen dann weniger zur Arbeit in Haus und Feld zur Verfügung stehen. Schließlich sind fast immer eine Reihe von Geschwistern gleichzeitig betroffen.

Die Erfahrungen von CRAN zeigen: Eine Anzahl von Kindern kommt nicht oder nur teilweise zur Schule, weil die Eltern nicht das Geld haben, für die Schulausgaben und den Unterhalt ihrer Kinder gleichzeitig angemessen zu sorgen. Weil es für die Kinder wichtig ist, die Hoffnung auf ein Leben zu bewahren, das ihnen später solche Erfahrungen erspart, hat CRAN das Programm für Ausbildungspatenschaften ins Leben gerufen.

Dieses Programm (englisch: CESS = Child Education Support Scheme) hat als Ziel, bedürftigen Kindern finanzielle und materielle Unterstützung zu geben, damit sie die notwendigste Schulausbildung erhalten können. Das bezieht sich auf alle Dörfer, in denen CRAN arbeitet, ob mit oder ohne durch CRAN betriebene Schule. So sollen

  • diese Kinder die übliche neunjährige Basisausbildung bekommen,
  • Probleme von Vernachlässigung und Missbrauch solcher Kinder ausgeschaltet werden,
  • Analphabetismus und Unwissen in ländlichen Gegenden reduziert werden (auch durch Weitergabe von Gelerntem durch die Kinder an die Eltern).

Wie werden die Patenkinder ausgewählt?

Die CRAN-Mitarbeiter treffen bei ihrer Arbeit in den Dörfern immer wieder auf benachteiligte Kinder und nehmen diese nach einer Prüfung der familiären und finanziellen Situation in eine Liste auf.

Seit ihrem Bestehen folgt CRAN in der CESS-Arbeit folgendem Grundprinzip:

Beim Versuch, die „Ungleichheitslücken“ in den armen Dörfern zu überbrücken, ist CRAN sehr vorsichtig, keine „überprivilegierten CESS-Kinder“ zu bekommen – das würde nämlich nur neue Probleme in den Dörfern nach sich ziehen.
Es soll kein „Sozialneid“ unter den Familien und den Kindern entstehen.

Vielmehr soll sichergestellt werden, dass die sehr benachteiligten Kinder in eine ungefähr gleiche Situation wie die anderen Kinder des Dorfes kommen können.

In dieser Hinsicht werden die CESS-Gelder sehr gewissenhaft genau so verteilt, dass den notwendigsten Bedürfnissen der geförderten Kinder begegnet werden kann.

Da alle Kinder aus Projektorten stammen, ist eine kontinuierliche Begleitung durch die CRAN-Mitarbeiter und Lehrer während der Ausbildung gewährleistet.

Wofür wird das Geld verwendet?

Schon mit monatlich 15,- Euro ist eine ausreichende Unterstützung eines Kindes gewährleistet.

Über ein Jahr gesehen wird Ihr Geld ungefähr so verwendet: ca. 8 % für Schuluniform, ca. 50 % für Mittagessen, ca. 17 % für Schulbücher und sonstiges Schulmaterial, ca. 8 % für Tutorials zur Lernunterstützung (offen auch für Nicht-CESS-Kinder) und ca. 17 % für die Betreuung der Kinder durch Lehrer und CRAN-Mitarbeiter.

Bei Kindern in der Senior High School (vergleichbar mit der deutschen Oberstufe) verändert sich die Aufteilung, da hier zusätzliche Kosten aufgrund der üblichen Internatsunterbringung anfallen.

Ggf. werden an einzelnen Schulen auch allgemeine Zuschüsse zu den Lehrergehältern gezahlt, um die Lehrer in den Dörfern zu halten.Dadurch profitieren ganze Schulklassen von der CESS-Förderung.

Wie läuft eine Patenschaft ab?

Auf Anfrage erhalten Sie eine Kurzvorstellung eines mögliches Patenkindes. (Wenden Sie sich hierzu an eine der genannten Adressen.) Eine Patenschaft sollten Sie für mindestens zwei Jahre – am besten natürlich bis zum Ende der Ausbildung – übernehmen. Auf Wunsch kann sie aber auch vorzeitig beendet werden.

Es besteht die Möglichkeit eines persönlichen Briefkontakts zu den Kindern. Da es in Ghana keine Postanschriften in den Dörfern gibt, ist hier der einfachste Weg der über das CRAN-Büro (Adresse auf Anfrage). In Absprache mit CRAN Ghana haben wir uns – in Anlehnung an obiges Grundprinzip – darauf verständigt, auf individuelle Sachgeschenke zu verzichten.

Ansonsten werden Sie sporadisch (z.B. Schuljahresende, Weihnachten) über die Entwicklung Ihres Patenkindes informiert.

Wer keine konkrete Patenschaft eingehen möchte, kann CESS auch gerne einmalig oder regelmäßig ohne Patenkind unterstützen. Diese Mittel werden für unregelmäßige Ausgaben wie z.B. Auslagen für Elternabende benötigt oder für CESS-Kinder, für die keine Patenschaft (mehr) besteht. Da der CRAN-Freundeskreis sicherstellen möchte, dass alle CESS-Kinder bis zum Ende ihrer Schullaufbahn im Programm bleiben können, sind zusätzliche ungebundene Spenden für CESS eine große Hilfe.

Weitere Information zum Schulsystem in Ghana gibt es bei  Wikipedia.

Kontakt:
Mathias Rusert
Kiefernweg 7
53797 Lohmar
Tel. (02246) 168073

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