Nachrichten

CRAN-Rundbrief Nr. 76, Oktober 2019

Liebe CRAN-Freundinnen und -Freunde,

das Jahr geht schon wieder auf seine Zielgerade. Das Jahr aus CRAN-Sicht war auch davon geprägt, dass einiges zu Ende geht. Zunächst sind einige Vorhaben auch zu einem guten Ende gekommen, über die ich gerne hier berichten möchte.

Bau des Schleusentors am großen Staubecken

Das Reisprojekt in der Volta-Regi­on ist offiziell zum Ende gekommen, Ende September fand die offizielle Übergabe der Bewässerungsanlage an die künftigen Nutzerinnen statt. CRAN wird das Projekt aber weiter begleiten, um sicherzustellen, dass die neuen Arbeitsabläufe auch wirklich angewendet werden und die ge­wünschten wirtschaftlichen Erfolge durch die zweite Ernte pro Jahr auch eintreten.

Nach Ansicht aller Anwesenden bei der Übergabe ist dieses Projekt in einer Zeit umge­setzt worden, in der die meisten Kleinbauern im Bezirk unter den Auswirkungen des Kli­mawandels leiden:

Bei der Übergabe der Bewässerungsanlage


Für Odikro Torgbe Loh VI aus dem Traditionsgebiet Gbi-Wegbe mar­kiert die Inbetriebnahme des Kam­sio-Bewässerungsprojekt das Ende der Faulheit und Unterernährung unter den Reisbauern in seinem traditionellen Gebiet. Er schlug vor, dass die Bauern helfen sollten, die beiden Staubecken außer für den Reisanbau auch für die Fischzucht (Katzenfisch und Tilapia) zu nut­zen. Der Odikro forderte in seinen Schlussworten die Nachahmung solcher gut durchdachten Projekte im gesamten Bezirk und dankte den Spendern.

Torgbe Ebenezer Akubia, der Leiter („stool father“) des traditionellen Gbi-Gebietes, riet allen beteiligten Farmerinnen, die An­lage zu nutzen, um andere Hilfsorganisationen nach Hohoe zu locken und gleichzeitig ihren Familienunterhalt zu verbessern.

Sebastian bei der Unterweisung von Farmerin­nen


Reverend E. K. Soglo von der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche und ein Landver­pächter wiesen ebenfalls darauf hin, dass die Farmerinnen mehr Energie aufwenden müssten, um das Projekt angesichts der erfolgten Investitionen zu einem Erfolg zu ma­chen.

George Gyimah Asare, der städtische Landwirtschaftsdirektor, nannte den Bau der Anlage eine konzertierte Aktion, die das Projekt zu einem spannenden Projekt macht. Er versicherte weiter, dass sie vom Landwirtschaftsministerium (MoFA) die Farmerinnen weiterhin schulen wer­den, um weitere Verbesserungen des Pro­duktivitätsniveaus sicherzustellen. Er wie­derholte die Forderung des Odikro nach Nachahmung solch lobenswerter Projekte im ganzen Bezirk.

Die Farmerinnen unter der Leitung von Mr. Gabbi Komla Awume versicherten auch, dass die Anlage gut genutzt werde und dass sie bereit seien, die Kosten für das Wasser zu übernehmen so wie es das Wassermanagementteam vorschreiben würde.

Anträge zur Finanzierung eines Folgeprojekts sind bisher gescheitert, u.a. weil der Ab­schluss des ersten Projekts abgewartet werden musste.

Die Toilettenanlage der Anthony Community School, die im Nachgang zur Errichtung des Schulgebäudes noch mit den verbleibenden Mitteln gebaut werden sollte, ist jetzt (endlich) fertig.

Im letzten Rundbrief hatte ich bereits erwähnt, dass wir aufgrund einer Sonderspende zusätzliches Schulmaterial für die Anthony Community School anschaffen konnten. Die Übergabe war ein großes Ereignis.

Und wie jedes Jahr gab es auch diesmal das summer camp für die CESS-Kinder. In diesem Jahr konnte die Teilnahme für 125 Kinder ermöglicht werden, also auch für ca. 30 Kinder, die nicht unter die CESS-Förderung fallen. Manche der Kinder hätten nichts dage­gen, wenn das Lager auf zwei Wochen ausgedehnt würde. Weitere Kommentare und eini­ge Gruppenfotos finden sich im CRAN Ghana Newsletter August 2019, der auf unserer Hoempage zu finden ist.

Weitere Vorhaben, auch im Zusammenspiel mit der neuen Mitarbeiterin in Cape Coast, haben wir bewusst nicht in Angriff genommen. Vielmehr stand die Frage nach der Weiter­führung unseres Vereins und der Zusammenarbeit mit CRAN Ghana im Fokus:

Vom CRAN Freundeskreis zum Ghana Freundeskreis

Im letzten Rundbrief hatte ich angekündigt, dass auf unserer Mitgliederversammlung ei­nige wichtige Entscheidungen anstehen. Diese Entscheidungen sind jetzt einstimmig ge­troffen worden.

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen in Ghana ist es für CRAN immer schwieri­ger geworden, die notwendigen Mittel für Entwicklungsprojekte zu gewinnen oder sich bei Projekten von anderen Partnern einzubringen. Dies hat auch immer wieder zu Schwierig­keiten bei der Bezahlung der Mitarbeiter geführt, was wir kritisch gesehen haben. Da wir in den Gesprächen mit CRAN keine Perspektive für die Zukunft aufgezeigt bekommen ha­ben, haben wir uns entschieden, die Unterstützung für CRAN einzustellen bzw. uns auch für andere Organisationen zu öffnen. Wir wollen weitermachen, da wir immer wieder aus Ghana die Rückmeldung erhalten haben, wie wichtig unsere Hilfe ist. Und wir haben der­zeit einen sehr stabilen Freundeskreis, mit dem wir etwas bewegen können. Dieses Fun­dament wollen wir nicht einfach aufgeben.

In dem Sinne der Öffnung haben wir unseren Verein in Ghana Freundeskreis umbe­nannt. Als Freundeskreis wollen wir weiterhin betonen, dass unsere Zusammenarbeit auf persönlichen und freundschaftlichen Beziehungen beruht, die unsere Stärke sind und auf die wir uns verlassen können.

Und diese haben wir weiterhin. Bei unserer letzten Reise haben wir uns mit einigen ehe­maligen Mitarbeitern getroffen, um konkret über eine künftige Zusammenarbeit zu bera­ten. In den letzten Monaten ist bereits eine neue Organisation Blue Horizon Aid (BHA) unter der Leitung von Benjamin Turkson entstanden, mit der wir ab Anfang 2020 zusam­menarbeiten wollen. Ben ist vormals Leiter von CRAN Microfinance gewesen und hat in­zwischen ein eigenes Microfinance-Unternehmen. Als weitere Mitarbeiter sind Teye Kodzi (langjähriger Mitarbeiter von CRAN für Projekte in Cape Coast und zeitweiliger CESS-Ko­ordinator) und Benedicta Afram (frühere CESS-Koordinatorin, die einige von Ihnen 2016 bei unserer „Deutschland-Tournee“ kennenlernen konnten) dabei. Beide waren für uns wichtige Ansprechpersonen für CESS und für alle weiteren Aktivitäten. Teye hatte zuletzt den Aufbau der Anthony Community School betreut. Ich freue mich persönlich, wieder mit einem sehr vertrauten Team zusammenarbeiten zu können, in dem alle davon ange­trieben sind, etwas gegen die Not der Menschen in ihrer Umgebung zu tun. Teye wird sich um Projekte kümmern, Benedicta ein neues CESS-Programm aufbauen. Blue Horizon Aid wird nicht bei anderen Projekten einsteigen, sondern wir wollen uns gemeinsam vor­rangig um die Umsetzung eigener Vorhaben kümmern.

Was passiert mir CESS? Diese Frage wird sicher einige von Ihnen bereits auf dem Her­zen liegen. Von unserer Seite aus zunächst nichts! Uns ist daran gelegen, dass die geför­derten Schulkinder nicht unter der Umstellung leiden. Wir möchten die bestehenden Pa­tenschaften unverändert fortführen. Neue Patenschaften werden aber künftig über BHA vermittelt. Das neue Patenschaftsprogramm wird ähnlich gestaltet sein, es wird aber die eine oder andere Veränderung geben. Hier werden wir alle Sponsoren auf dem Laufenden hal­ten. Das neue Patenschaftsprogramm wird auf deutscher Seite künftig von Katharina Wöhle betreut. Sie war 2013 das erste Mal in Ghana und kennt seit dieser Zeit auch Be­nedicta. Personell sind wir hier also sehr gut aufgestellt.

Mathias Rusert wird in den nächsten Monaten nach über 25 Jahren die Verantwortung für CESS abgeben. Wir sind dankbar, dass er über diese lange Zeit das Patenschaftspro­gramm mit viel Herz und Geduld betreut hat. Die Betreuung der bestehenden Paten­schaften wird dann Julia Eibach (unser Mitglied mit der längsten Aufenthaltszeit in Gha­na) übernehmen.

Die Neuausrichtung des Vereins wird von den Mitgliedern voll unterstützt und wir arbei­ten intensiv an der Umstellung des Vereins, um im nächsten Jahr neu starten zu können. Wir wünschen uns, dass Sie uns unverändert unterstützen können. Wir brauchen diese Unterstützung zum Gelingen des Neustarts und wir möchten weiterhin dafür sorgen, dass Ihre Spenden eine Hilfe für die Menschen in Ghana sein können. Wir sind dankbar für Ihre treue und große Unterstützung in all den Jahren mit CRAN!

Wenn Ihnen etwas unklar geblieben ist oder Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie mich gerne an, ebenso, wenn Sie uns einfach eine Rückmeldung zu dem Schritt geben wollen!

Im nächsten Rundbrief Anfang 2020 – dann die Nummer 1 unter dem neuen Vereinsna­men – möchte ich Ihnen dann u.A. das neue Team in Ghana und die ersten Vorhaben vorstellen, die wir gemeinsam in Angriff nehmen wollen.

Wir wünschen Ihnen ebenso guten Gelingen bei Ihren Vorhaben und in Ihrem Alltag!

Herzliche Grüße

Gerd Eibach (Vorstandsvorsitzender)
Wolfgang Wallhäuser (stv. Vorsitzender)
Jörg Ziegenhirt (Vorstand & Kassenverwalter)

CRAN-Rundbrief Nr. 75, Juni 2019

Liebe CRAN-Freundinnen und -Freunde,

wenn jetzt der Rundbrief erscheint, liegt die diesjährige Reise nach Ghana schon einige Zeit zurück. Es war eine sehr bunte Reise, was auch schon daran lag, dass wir diesmal zu viert unterwegs waren und unterschiedlich häufig in Ghana waren. So haben wir diesmal nicht nur die „CRAN-Orte“ besucht, sondern auch die Gelegenheit zu Treffen mit ehemali­gen Mitarbeitern genutzt und auch neue Ziele in Ghana entdeckt. Die persönlichen Be­gegnungen sind immer wieder ein Highlight und von Herzlichkeit und Gastfreundschaft geprägt. Wir werden gerne als Gäste begrüßt und unser Einsatz für die Menschen in Gha­na wird sehr geschätzt. Einige Eindrücke zur Reise finden sich im Anhang.

„Geschäftlich“ waren wir in Cape Coast und in der Volta Region unterwegs. Während in Cape Coast die Schulen und CESS-Patenschaften im Mittelpunkt standen, ging es in Ho­hoe vorrangig um Landwirtschaft.

Anthony community school: die Kindergar­ten-Klassen


Erster Höhepunkt in Cape Coast war der Besuch der Anthony Community School, deren Einweihung wir beim Besuch vor zwei Jahren leider verpasst hatten. So haben wir die Schule jetzt im laufenden Betrieb besichtigt. Die Schule ist in gutem Zustand, auch wenn bereits die Frage nach Instandhaltung intensiv diskutiert wird. Wer hat ein Auge für not­wendige Kleinreparaturen? Und wer kümmert sich um die großen Anliegen: das Gebäude der Junior High School war vor zwei Jahren schon renovierungsbedürftig und ist jetzt komplett eingestürzt. Für die Schüler gibt es eine Behelfsunterkunft, aber ein Neubau für die drei Klassenräume wäre fällig. Ebenso fehlt noch das Gebäude für die Kindergarten­klassen. Die fehlenden Wände beim aktuel­len Behelf sind gerade bei den Kleinen ein Problem für die Konzentration: Sobald auf dem Schulgelände etwas Spannendes ge­schieht (wie ein Besuch von weißen Gästen) ist der Unterricht nicht mehr so spannend. Im Alltag fehlen immer wieder Schulmateria­lien. Hier konnten wir aktuell knapp 500 Euro an Sonderspenden überweisen, um ein wenig auszuhelfen, z.B. für Schreibtafeln für die Kindergartenklassen.

Alle Schulleiter, die wir gesprochen haben, wünschen sich auch eine Ausstattung mit Computern. Räume sind teilweise schon vorhanden. Hier sind wir aufgrund der früheren Erfahrungen aber noch zurückhaltend. Gerade in den Dörfern, die direkt an der Küste lie­gen, setzt das Seeklima den Rechnern massiv zu. Hier ist CRAN aufgefordert, ein ver­nünftiges Konzept zur Lagerung und Sicherung der Rechner zu entwickeln, so dass eine Investition längerfristig Nutzen stiftet.

Bei allen Schulbesuchen hat sich gezeigt, dass es immer wieder auch kleinere Anliegen gibt, wo CRAN durch die Bereitstellung von Material für den Unterricht oder für Bauten weiterhelfen kann. Es wird dringend wieder jemand benötigt, der sich vor Ort um die Be­darfe kümmert. Von daher sind wir dankbar, dass CRAN ab Juni wieder eine neue Mitar­beiterin hat, die sich sowohl um CESS als auch um Kommunikation und soziale Projekte kümmern soll. Wir werden sie in der nächsten Ausgabe näher vorstellen können.

Duakor: CESS-Kinder mit Felix

In den letzten Monaten hat sich Felix, der normalerweise für die Buchhaltung zuständig ist, über­gangsweise um die Belan­ge von CESS gekümmert und die Er­stellung der Jahresberich­te für Cape Coast übernom­men. Wir waren mit ihm auch in den ver­schiedenen Schulen, an de­nen die meisten Paten­kinder lernen. Wir hatten dort die Möglichkeit, uns mit den Schul­leitern oder den Lehrerin­nen zu treffen, die die Betreu­ung der CESS-Kinder vor Ort in der Hand haben. Es war beeindruc­kend, wie gut sie alle im Blick haben.

Und überall war der Wunsch zu vernehmen, weitere Kinder in das Programm aufzunehmen.

Gemeinsame Besichtigung des Speicherbeckens mit den Farmerinnen


In Hohoe stand dann das Reisprojekt (= Pilotprojekt für Reisfarmerinnen zur Errichtung einer Bewässerungesanlage, diezwei Ernten pro Jahr ermöglichen soll) für uns im Mittel­punkt. Es macht einen Unterschied, ob man nur die Baubeschreibung liest oder konkret auf dem Feld die fast fertigen Becken zur Wasseraufbewahrung sieht. Da noch die Was­serleitungen und Pumpen gefehlt haben, konnten wir noch nicht die ganze Anlage be­staunen. Nach den aktuellen Schätzungen werden die letzten Arbeiten im August abgeschlossen werden, CRAN wird die Farmerin­nen aber auch in den ersten Mo­naten der Nutzung noch begleiten. Wir hatten die Gelegenheit, mit einigen der Farmerinnen (und ihren Männern) zu sprechen. Sie schät­zen den Nutzen der Anlage wissen um das Privileg, als Pilotprojekt ausgewählt zu sein. Daher wollen sie zum Gelingen beitragen, damit ihr Erfolg Werbung für weitere Projekte sein kann. Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums, die an den Schulungen beteiligt sind, brachten uns gegenüber ebenso deutlich ihre Wertschät­zung für die finanzielle Unterstützung aus Deutschland zum Ausdruck. Wir hoffen, dass der aktualisierte Zeitplan jetzt eingehalten werden kann und wir demnächst über eine er­folgreiche Inbetriebnahme berichten können.

Eine Ausweitung des Projekts auf weitere Täler ist bisher an den finanziellen Mitteln ge­scheitert. Auch der Versuch, eine Anschlussfinanzierung vom Land Niedersachsen zu er­halten, ist nicht gelungen, da Niedersachsen die reduzierten Mittel für 2019 gezielt nur in den eigenen Partnerländern einsetzt. Von daher werden wir jetzt erst die Fertigstellung des in Bau befindlichen Bewässerungssystems abwarten und dann weitere Optionen mit CRAN diskutieren.

CRAN selbst ist weiter in einer Konsolidierungsphase. CRAN Microfinance konzentriert sich inzwischen vollständig auf das Geschäft in der Central Region (rund um Cape Coast), hat momentan 22 Mitarbeiter und arbeitet profitabel. Ab wann ausreichende Überschüsse für soziale Projekte verfügbar sind, muss sich zeigen. CRAN selbst hat aktuell einige Chancen, bei verschiedenen Projekten mitzuwirken, aber dies war zum Zeitpunkt der Rei­se noch offen. Um zusätzliche Einnahmen zu gewinnen, sind jetzt zwei eigene Projekte in Hohoe geplant (Anbau von plantains (= Kochbananen) und Eierproduktion). Die Planun­gen hören sich vielversprechend an. Ebenso gehen wir davon aus, dass der von uns fi­nanzierte combined harvester (Erntemaschine) in der anstehenden Erntesaison zum Ein­satz kommt und auch dadurch weitere Mittel zur Verfügung stehen, damit die Gehälter der CRAN-Mitarbeiter gezahlt werden können.

Bzgl. der künftigen Ausrichtung von CRAN und den Konsequenzen für unsere Zusammen­arbeit haben wir wegweisende Gespräche vor Ort führen können, die in den letzten Wo­chen fortgeführt wurden. Da vieles noch von den notwendigen Entscheidungen Ende Sep­tember auf der nächsten Mitgliederversammlung (28.09.19 in Marl) abhängt, werden De­tails erst im nächsten Rundbrief veröffentlicht werden können. Unser Ziel ist es unverän­dert, dass wir an den verschiedenen Orten mit unseren Mitteln auch weiterhin ein wenig weiterhelfen können und unsere ghanaischen Geschwister so stärken, dass diese mit Lei­denschaft unterwegs sind. Danke, dass Sie dabei mithelfen!

Bis zum nächsten Schreiben herzliche Grüße

Gerd Eibach

Nachtrag: Geldanlage gesucht?

Benjamin Turkson, der von 2011 bis 2017 CRAN Microfinance geleitet hat, leitet jetzt eine eigene Bank für Kleinkredite (bluehorizonmoney.com). Um die verfügbare Kredit­summe zu erhöhen, bietet er die Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung an. Wer mehr dazu wissen möchte, kann gerne bei mir eine Kurzpräsentation seines Unternehmens an­fordern. Alle weitergehenden Details zu einer Beteiligung können dann gerne direkt bei ihm erfragt werden. Kontaktdaten auf Anfrage bei mir.

Raus aus dem Alltag – Reinschnuppern bei CRAN

Fotos mit Daniel sind top!


Für gut zwei Wochen konnte ich mei­ner Tätigkeit als Fußballtrainer in Ghana entfliehen und zusammen mit meinem Patenonkel Gerd & Co mal genauer anschauen, was CRAN ei­gentlich macht und wie die laufen­den Projekte so vorankommen. Im Rückblick kann ich sagen, dass wir gemeinsam eine superschöne Zeit hatten und das, obwohl der Start et­was holprig verlaufen ist. Ursprüng­lich hatte ich geplant Gerd, Julia und Rolf am Freitag­abend vom Flughafen abzuholen, bis uns das Wetter in Amsterdam einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Dies trübte aber keineswegs die Stimmung, Samstagmittag sa­ßen wir zusammen bei Ben in Accra und ließen uns für die nächsten zwei Tage verwöh­nen. Besonders als Freiwilliger, der in den letzten Monaten eher bescheidene Verhältnisse gewöhnt war, tat es gut, die herzliche Gastfreundschaft inklusive eines Gottesdienstes und einer Einführung durch Ben in das Business von Blue Horizon (= Kleinkreditgeschäft) zu genießen. Aber nicht nur in Accra wurden wir mit offenen Armen empfangen. Sowohl in Cape Coast als auch in Hohoe ha­ben sich Sam bzw. die Mitarbeiter von CRAN sehr zu­vorkommend um uns gekümmert. Die dabei entgegengebrachte Dankbarkeit von den Partnerschulen des CESS-Programms und den Reisbauern in Hohoe haben mir gezeigt, dass es sich lohnt trotz aufkommender Schwierigkeiten Zeit, Geld und Energie in solche Projekte zu stecken. Ich kann mir durch­aus vorstellen mich irgendwann selber dafür zu investieren.

Daniel als Trainer bei der Arbeit

Zwei Dinge haben mich während unser Reise besonders gefreut: Das ausgewogene Ver­hältnis zwischen touristischen Sehenswürdigkeiten und CRAN-Angelegenheiten, welches für Abwechslung gesorgt hat, und die Dynamik in unser kleinen Ge­sandtschaft aus Deutschland. Je­der hatte seine Aufgabe. In mei­nem Fall war das neben dem Foto­grafieren dafür zu sorgen, die an­deren drei an so manche ghanai­sche Gewohnheit anzupassen und durch das Chaos der Märkte zu lenken. Als abschließendes High­light haben wir noch zwei Tage in meinem Projektort Bepong in der Eastern Region verbracht. Mir hat es viel Freude bereitet, meine Gäste aus Deutschland so gut es geht mit Verpflegung und Unter­haltung zu versorgen. Ein erklom­mener Berg und ein Training mei­ner U-13-Mannschaft stehen dabei zu Buche. An die gewonnenen Einblicke in die Arbeit von CRAN und die ge­segnete Gemeinschaft werde ich in Zukunft gerne zurückblicken.

Daniel Knautz (momentan für ein Jahr als Volontär an der Ghana Stormsoccer Academy in Kwahu Bepong, Eastern Region)

CRAN-Rundbrief Nr. 74, Januar 2019

Liebe CRAN-Freundinnen und -Freunde,

leider konnte diese Ausgabe nicht wie geplant bereits im November erscheinen. Aber so kann ich am Jahresanfang den Rückblick auf 2018 mit einem Ausblick auf das neue Jahr verbinden:

Ende September haben wir im Rahmen unserer jährlichen Mitgliederversammlung auch das 25jährige Bestehen des Freundeskreises feiern können. Aus kleinen Anfängen ist manches gewachsen. So hat CESS mit 2 Patenschaften angefangen, einige von uns waren zu Beginn noch bei Arbeitseinsätzen zum Schulbau vor Ort und wir haben gelernt, dass Fahrräder oder Nähmaschinen nicht versendet werden müssen, weil diese vor Ort einfacher zu besorgen sind. Wir haben manche Kinder durch die Schulzeit begleitet, bei manchen Schulbauten schon die erste Renovierung wieder hinter uns und manche landwirtschaftlichen Kenntnisse gewonnen. Über Bienen- und Pilzzucht weiß ich inzwischen mehr, ebenso über den Kakao- und Reisanbau.

Es gab eine Reihe von Krisen, die CRAN überstanden hat, und auch die jetzige Phase ist nicht so einfach. Von daher stand neben der Rückschau auch die Frage nach der Zukunft unseres Vereins im Raum. Wir haben immer wieder erfahren, wie dankbar die Mitarbeiter von CRAN für die Unterstützung aus Deutschland und dass wir eine wichtige und verlässliche Säule für die sozialen Projekte von CRAN sind. Es ist gut, dass wir aktiv sind und uns für andere Menschen, die wir überhaupt nicht kennen, einsetzen! Dies sehen wir auch als Ansporn, die Arbeit als eine in die Jahre gekommene Organisation fortzusetzen und unsere Unterstützung aufrecht zu erhalten. Wir bleiben dran, insbesondere auch mit vielen treuen Spenderinnen und Spendern hinter uns!

CRAN ist selbst in einer Krisensituation. Wir merken, dass Patrick Agbesinyale, der Leiter von CRAN, durch die Übernahme einer Regierungstätigkeit momentan nicht den Freiraum hat, sich ausreichend um CRAN zu kümmern. CRAN hat seit Ende 2016 keine Förderzusagen für neue Projekte erhalten. Durch die fehlenden Projektförderungen fehlen dringend benötigte Einnahmen zur Finanzierung der vorhandenen Mitarbeiter im sozialen Bereich. Wir tragen durch unsere Spenden nur zum Teil zu den Gehältern bei. CRAN hofft hier aber auf einen Umschwung in der nächsten Zeit. Von deutscher Seite aus haben wir in der letzten Zeit daher verstärkt angeboten, unsere Chancen und Möglichkeiten für Projektbewilligungen zu nutzen:

Für das Pilotprojekt für Reisfarmerinnen in der Volta-Region, durch das aufgezeigt werden soll, dass durch entsprechende Bewässerung mindestens zwei Ernten pro Jahr möglich sind, liegt seit August die formale Förderzusage des Landes Niedersachsen vor. Seit dem 01.06. haben die Aktivitäten begonnen.

Bis Ende September wurde u.a. das Wassersammelbecken mit dem notwendigen Schleusentor zu den Bewässerungsrinnen gebaut. Zudem wurden erste Schulungen im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und der notwendigen Schutzausrüstung durchgeführt. Übermäßiger Regen im August und fehlende Bagger haben aber die Arbeiten verzögert. Inwiefern der Rückstand im letzten Quartal wieder aufgeholt werden konnte, ist uns noch nicht bekannt. Wir hoffen, nach Erhalt des nächsten Berichts einen aktuellen Zwischenstand inkl. Fotos auf der Homepage veröffentlichen zu können.

Das Land Niedersachsen hat für das Projekt 27.100 € überwiesen, von uns werden 3.000 € beigesteuert. Davon sind im letzten Jahr 2.455 € über Sonderspenden im Rahmen von Geburtstagsfeiern eingegangen. Für diese großzügige Unterstützung danken wir den „Geburtstagskindern“ und ihren Gästen recht herzlich.

Da seitens der lokalen Behörden das Reisprojekt sehr begrüßt wird, haben wir versucht, Projektförderungen für ähnliche Vorhaben in zwei weiteren Reistälern in der Umgebung von Hohoe zu gewinnen, bisher aber ohne Erfolg. Eine Rückmeldung vom Land Niedersachsen zur Ausweitung des laufenden Piloten steht noch aus. Für die neuen Anträge müssen wir wieder unseren Eigenteil (ca. 3.000 €) beisteuern. Bzgl. neuer Bildungsprojekte warten wir auf die Vorschläge aus Ghana.

Im letzten Rundbrief hatten wir Richard Johnson als neuer Mitarbeiter für CESS und die Öffentlichkeitsarbeit (kurz „PR“) vorgestellt. Anfang Oktober hat er von sich aus gekündigt. Dies hat uns sehr überrascht, da wir ihn als hochmotivierten Mitarbeiter kennengelernt haben. Er war immer daran interessiert, uns gut mit allen notwendigen Informationen zu versorgen. Einige CESS-Meldungen aus seinen Newslettern der letzten Monate, die auf unserer Homepage im Original zu finden sind, haben wir als kleinen Einblick in den „CESS-Alltag“ in einer deutschen Fassung diesem Rundbrief beigefügt. Wir bedauern Richards Kündigung und hoffen, dass das CESS-Tagesgeschäft in Cape Coast darunter nicht leidet und auch die jährlichen Berichte erstellt werden. Bisher ist noch keine Nachfolgerin gefunden worden, Felix Dzikunu (zuständig für die Buchhaltung und früher selbst CESS-Kind) und Doris Agbesinyale, die Verwaltungsleiterin, überbrücken derzeit gemeinsam die entstandene Lücke.

Höhepunkt für die CESS-Kinder war wieder das jährliche Sommerlager, an dem in diesem Jahr 92 Kinder, davon 25 in der Volta-Region, teilnehmen konnten. Michael Junk aus unserem Freundeskreis hatte während einer Ghana-Reise die Chance, das Lager in der Volta-Region zu besuchen:

Sebastian (der zuständige CESS-Koordinator vor Ort) führte uns zum Campus der Schule, in dem das Sommerlager der Scripture Union (Bibelgesellschaft) mit 290 Schülern stattfand, an dem auch die 25 CESS-Kinder aus der Voltaregion teilnehmen durften.

Vor Ort wurden wir von einem ehemaligen CESS-Kind der „ersten Generation“ aus Liati-Vote begrüßt, der inzwischen als Lehrer arbeitet und in seinen Ferien als Freiwilliger beim Sommerlager mitarbeitet. Er erzählte uns, welche Bedeutung die Förderung durch CESS für ihn und sein Leben hatte und dass er sich nun aus Dankbarkeit auch als Freiwilliger für die nächste Generation engagiert.Diese Begegnung hat uns sehr berührt, weil sie uns gezeigt hat, dass die Idee des CESS-Programms funktioniert, Leben verändert und auch Hoffnung für die Zukunft macht.

Das Ferienlager fand in den Räumlichkeiten einer Schule statt, die aufgrund der Ferien leer war. Während des Ferienlagers gibt es dort in den Klassenräumen Unterricht und nachmittags Sport und Kreatives. Zum Zeitpunkt unseres Besuches fand in den Klassenräumen gerade Unterricht in verschiedenen Fächern statt: Es gab Mathe, aber auch „moral education“ und Bibelarbeit. Aus den Gesprächen konnten wir entnehmen, dass dieses Sommerlager für die Schüler offenbar der Höhepunkt ihres Jahres ist.

Zum Abschluss unseres Besuches wurden alle CESS-Kinder zu einem Gruppenphoto zusammengerufen.“

Um aktuelle Eindrücke von den laufenden Projekten zu gewinnen und uns ein eigenes Bild über die laufenden Projekte und die aktuelle Betreuung von CESS zu verschaffen, werde ich im März mit einer kleinen Gruppe zu viert in Ghana unterwegs sein und CRAN vor Ort besuchen. Dabei wird es auch um die Frage der künftigen Aufstellung von CRAN angesichts der Finanzlücken gehen. Ich hoffe, dass es uns gelingt, zeitnah die Neuigkeiten und Eindrücke mit dem nächsten Rundbrief weiterzugeben.

Bis dahin wünsche ich Ihnen einen guten Start ins neue Jahr und Gottes Segen für alle Pläne und Vorhaben. Herzliche Grüße vom gesamten Freundeskreis-Vorstand

Gerd Eibach

Datenschutzhinweis:

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie den Rundbrief per Post erhalten, hat der CRAN Freundeskreis Ihre Kontaktdaten (Name, Anschrift und ggf. E-Mail) gespeichert. Sollten Sie den Rundbrief nicht mehr wünschen, können Sie mir dies jederzeit postalisch oder per Mail mitteilen. In dem Fall werden wir Ihre Daten umgehend löschen, sofern die Daten nicht für die Ausstellung von Spendenbescheinigungen benötigt und aufbewahrt werden müssen.

Spendenbescheinigungen:

Die Spendenbescheinigungen werden wir gewohnt in den nächsten Wochen an alle SpenderInnen versenden. Sollte sich Ihre Anschrift geändert haben, teilen Sie uns dies bitte noch rechtzeitig mit, falls dies noch nicht erfolgt sein sollte.

CESS-Nachrichten von April – September 2018

April 2018:

Vier CESS-Kinder legten ihre zentralen Abschlussprüfungen ab. Die WASSCE (West Afri­can Senior Schools Certificate Examinations), etwa vergleichbar mit dem deutschen Ab­itur, werden vom West African Examination Council (WAEC) für allgemeinbildende Schu­len oder dem National Board of Professional and Technician Examination (NABPTEX) für die technischen und berufsbildenden Schulen durchgeführt. Die Prüfungen dauerten meh­rere Wochen bis in den Mai hinein.

Mai 2018:

Zusätzlich zu den sechs Kinder zu Be­ginn des Jahres konnten diesen Monat noch einmal vier weitere Kinder ins CESS-Programm aufgenommen wer­den. Alle vier Kinder besuchen die CRAN Abakam Presby Basic School in der Nähe von Cape Coast.

Die „Neuen“ von links nach rechts: Fia­bu Tsoenem, Henry Senakey Edem, Etornam Bosomtwi and Bernice Anlo­megah

Zwei CESS-Kinder, Thomas Dzikunu (siehe Foto) und Agbeko Cudjoe, haben dem gesamten CRAN-Team ge­schrieben, um ihre Dankbarkeit für die Unterstützung auszudrücken.

Thomas schreibt: „Das Paket des CESS-Programms hat meinen Eltern eine große finanzielle Last genommen und es mir möglich gemacht, die Senior High School zu besuchen. Ich bin den Spender sehr dankbar für ihre Güte.“

Cudjoe hingegen konnte seine Freude über die Überstützung bis zur Senior High School nicht in Worten ausdrücken, alles, was er sagen konnte, war: „Vielen Dank an alle Spen­der, die es möglich gemacht haben, dass ich es so weit geschafft habe.“

Beide Jungen zeigen große Dankbarkeit, da auch sie die Schwierigkeiten ihrer Mitschüle­rInnen in Schulen in benachteiligten Gegenden sehen und viele weitere Kinder die Unter­stützung von CRAN gebrauchen könnten.

Juli 2018:

CRAN organisierte ein Symposium für alle CESS-Kinder und ihre Eltern aus der Central und Western Regions, den Lehrern, die als Ansprechpartner an den einzelnen Schulen agieren, und den CRAN-Mitarbeitern.

Die zuständigen CESS-Betreuer an den verschiedenen Schulen nutzten die Ge­legenheit, um sich auszutauschen und Möglichkeiten zur Verbesserung des Programms zu entwickeln. Außerdem gaben sie Auskunft über die Art und Weise, wie sie die Essenszuschüsse verwenden, und betonten die Notwendigkeit von CESS für die Bildung der gesponsorten Kinder. Ebenso hoffen sie auf eine dauerhafte Weiterführung des Programms mit einer Ausweitung der Förderung auf den Hochschulbereich. Die Lehrer sprachen auch die Eltern an und erinnerten sie daran, sich um das Schulleben ihrer Kinder zu kümmern.

Als Vertreterin für CRAN bedankte sich Do­ris Agbesinyale als Verwaltungsdirektorin bei den Lehrern, die sich als Betreuer für die CESS-Kinder einsetzen. Sie stimmte den Lehrern in der Ermahnung der Eltern zu, sich mehr für die Schulleistungen ihrer Kinder zu interessieren – auch aus Verant­wortung gegenüber den Sponsoren – und die Kinder zum Abschluss ihrer Ausbildung zu ermutigen. Den Schülern gab sie mit auf den Weg, fleißig und gewissenhaft zu ler­nen, da Bildung der Schlüssel zu einer er­folgreichen Zukunft ist.

August 2018:

Im August fand wieder das Sommercamp des Bibellesebundes (Scripture Union) für Schüler der Basic und Senior High Schools statt. CRAN ermöglichte insgesamt 92 Kindern den Besuch des Camps. In Cape Coast (Central Region) nahmen 67 Kinder teil. Das Motto des Camps war dieses Mal „LIFEBUILD“ (Leben bauen), im Besonderen „HOLDING FIRMLY TO GOD’S WORD“ (an Gottes Wort festhalten, angelehnt an Philipper 2, 16). Die Kinder besuchten eine Vielzahl von Unterrichtseinheiten, unter anderem auch über biblische Inhalte und grundsätzliche Werte. Die CESS-Teilnehmer berichteten freudig über ihre Teilnahme am Camp, in guter Erinnerung behielten sie dabei eine Reihe an Lektionen, wie frühes Aufstehen um zu beten, in der Bibel zu lesen und joggen zu gehen, beten vor allen geplanten Aktivitäten, gut zu sein, Mitmenschen zu respektieren, zu vergeben und zur Ehre Gottes zu leben.

Michael und Patricia vom CRAN Freundeskreis war es möglich das Sommercamp in der Volta Region zu besuchen und die 25 CESS-Teilnehmer zu treffen.

September 2018:

Wie zu Beginn eines jeden Schuljahrs besuchten CRAN-Mitarbeiter alle CESS-Kinder an den Grundschulen, um ihnen ihre Bücher und andere Schulmaterialien für das neue Schuljahr zu über­reichen. Auch die Essenszuschüsse wurden den CESS-Betreuern ausgezahlt, um allen Kindern einen sorgenfreien Schulbesuch zu ermöglichen.

Auch die Schüler an den Senior High Schools er­hielten ihre Materialien und das Schulgeld (nur noch für die alten Jahrgänge fällig) wurde be­zahlt.

Das neue Kakaobarometer ist erschienen!

Das neue Kakaobarometer 2018 kann auf der Homepage des Südwind-Instituts jetzt auch in deutscher Sprache abgerufen werden. Die Entwicklung auf dem Kakaosektor ist für Ghana als ein Hauptproduzent von entscheidender Bedeutung, ebenso die Bemühungen, gerade auch den Produzenten existenzsichernde Einkommen und Löhne zu gewährleisten.

Dazu aus einer aktuellen Pressemitteilung des Südwind-Instituts:

Die Bäuerinnen und Bauern, die Kakao anbauen, stehen vor großen Herausforderungen. Ende September 2016 brachen binnen weniger Monate die Kakaopreise um mehr als 30 % auf zeitweise unter 2.000 US-Dollar je Tonne ein. Selbst nach einer leichten Preiserholung in den vergangenen beiden Monaten liegt der Kakaopreis mit rund 2.500 US-Dollar je Tonne deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre vor dem Preisverfall.

Insbesondere in Ghana und in der Côte d‘Ivoire, wo die Einkommen von Millionen Menschen vom Kakaoanbau abhängen, hatte dies gravierende Auswirkungen. Zwar versuchen nationale Kakaobehörden in beiden Ländern über Vorabverkäufe einen staatlichen Mindestpreis zu garantieren, doch aufgrund des Preisverfalls musste die Kakaobehörde der Côte d‘Ivoire diesen Mindestpreis Ende März 2017 um 36 % senken. Ghanas Regierung subventioniert derzeit den Kakaopreis, um den Bäuerinnen und Bauern zumindest den gleichen Betrag wie in den Vorjahren auszahlen zu können.

Ursache des Preisverfalls war eine sehr gute Ernte. Die starke Steigerung der Erntemenge lässt sich nicht nur darauf zurückführen, dass die Wetterbedingungen gut waren. Eine wichtige Rolle hat insbesondere in der Côte d‘Ivoire auch die Ausweitung der Ernteflächen gespielt. „Ein großer Teil der neu angelegten Plantagen befinden sich jedoch auf Flächen, die eigentlich geschützt sind“, so Friedel Hütz-Adams, Kakaoexperte bei SÜDWIND und Mitautor des Kakaobarometers. „Ohne diesen eigentlich illegalen Anbau hätte es wahrscheinlich den Überschuss und den Preisverfall nicht gegeben.“

Die sozialen Folgen des Preisverfalls für viele Menschen in Westafrika sind verheerend. Derzeit laufen in Ghana und in der Côte d‘Ivoire Erhebungen über die Lebenshaltungskosten der Menschen, die Kakao anbauen. Ziel des Projekts, an dem SÜDWIND ebenfalls beteiligt war, ist die Kalkulation existenzsichernder Einkommen für die Bäuerinnen und Bauern.