Nachrichten

Das neue Kakaobarometer ist erschienen!

Das neue Kakaobarometer 2018 kann auf der Homepage des Südwind-Instituts jetzt auch in deutscher Sprache abgerufen werden. Die Entwicklung auf dem Kakaosektor ist für Ghana als ein Hauptproduzent von entscheidender Bedeutung, ebenso die Bemühungen, gerade auch den Produzenten existenzsichernde Einkommen und Löhne zu gewährleisten.

Dazu aus einer aktuellen Pressemitteilung des Südwind-Instituts:

Die Bäuerinnen und Bauern, die Kakao anbauen, stehen vor großen Herausforderungen. Ende September 2016 brachen binnen weniger Monate die Kakaopreise um mehr als 30 % auf zeitweise unter 2.000 US-Dollar je Tonne ein. Selbst nach einer leichten Preiserholung in den vergangenen beiden Monaten liegt der Kakaopreis mit rund 2.500 US-Dollar je Tonne deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre vor dem Preisverfall.

Insbesondere in Ghana und in der Côte d‘Ivoire, wo die Einkommen von Millionen Menschen vom Kakaoanbau abhängen, hatte dies gravierende Auswirkungen. Zwar versuchen nationale Kakaobehörden in beiden Ländern über Vorabverkäufe einen staatlichen Mindestpreis zu garantieren, doch aufgrund des Preisverfalls musste die Kakaobehörde der Côte d‘Ivoire diesen Mindestpreis Ende März 2017 um 36 % senken. Ghanas Regierung subventioniert derzeit den Kakaopreis, um den Bäuerinnen und Bauern zumindest den gleichen Betrag wie in den Vorjahren auszahlen zu können.

Ursache des Preisverfalls war eine sehr gute Ernte. Die starke Steigerung der Erntemenge lässt sich nicht nur darauf zurückführen, dass die Wetterbedingungen gut waren. Eine wichtige Rolle hat insbesondere in der Côte d‘Ivoire auch die Ausweitung der Ernteflächen gespielt. „Ein großer Teil der neu angelegten Plantagen befinden sich jedoch auf Flächen, die eigentlich geschützt sind“, so Friedel Hütz-Adams, Kakaoexperte bei SÜDWIND und Mitautor des Kakaobarometers. „Ohne diesen eigentlich illegalen Anbau hätte es wahrscheinlich den Überschuss und den Preisverfall nicht gegeben.“

Die sozialen Folgen des Preisverfalls für viele Menschen in Westafrika sind verheerend. Derzeit laufen in Ghana und in der Côte d‘Ivoire Erhebungen über die Lebenshaltungskosten der Menschen, die Kakao anbauen. Ziel des Projekts, an dem SÜDWIND ebenfalls beteiligt war, ist die Kalkulation existenzsichernder Einkommen für die Bäuerinnen und Bauern.

CRAN-Rundbrief Nr. 73, Mai 2018

Rundbrief 73 05.18

Liebe CRAN-Freundinnen und -Freunde,

der Frühling bricht an – Zeit für Neues! Und so wird es Zeit, auch wieder ein paar Neuigkeiten aus Ghana weiterzugeben. Über große und neue Projekte, die von CRAN aus gestartet werden konnten, kann ich nicht unbedingt berichten, aber es gibt schon einige Neuigkeiten:

Patrick Agbesinyale, der Leiter von CRAN, hat hauptberuflich eine neue Aufgabe übernommen. Seine Tätigkeit als Direktor des Institutes für Entwicklungsstudien an der Universität von Cape Coast ruht momentan, er ist zum Chief Director (= leitender Geschäftsführer) ins Ministerium für Ländereien und natürliche Ressourcen (Ministry of Lands and Natural Resources) berufen worden. Seit dem Regierungswechsel war Patrick bereits im Beratungsgremium des Ministers tätig und ist nun in die seit August 2017 vakante Stelle des Chief Directors aufgestiegen. Damit untersteht er direkt dem Minister. Die Familie lebt daher weiter in Cape Coast, während Patrick unter der Woche in Accra tätig ist.
Wir wünschen ihm, dass er seine Erfahrung und sein Wissen jetzt landesweit für die ghanaische Bevölkerung einsetzen kann und er so zum Segen für viele wird. Wie dies die Arbeit von CRAN selbst beeinflusst, ist noch offen. Wir sind hier im Gespräch.

Unser großes Projekt vom letzten Jahr, der Neubau der „Anthony Community School“, ist jetzt formal beendet, auch wenn die nachträglich geplante Toilettenanlage noch im Bau ist. Unser Abschlussbericht (inkl. Abrechnung) ist von der Bingo-Umweltstiftung abgenommen worden. Die Zusammenarbeit ist gut gelaufen, so dass wir uns eine erneute Antragstellung gut vorstellen können. Die Abstimmung mit CRAN über ein Nachfolgeprojekt ist aber noch nicht erfolgt, da der Start des Reisprojekts gerade im Fokus steht:

In der zweiten Märzhälfte haben wir die gute Nachricht vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium erhalten, dass das Land Niedersachsen unserem Antrag für ein Pilotprojekt für Reisfarmerinnen in der Volta-Region zugestimmt hat. Die schriftliche Bestätigung steht momentan noch aus. Das einjährige Projekt soll jetzt zum 01. Juni starten und wird von den Mitarbeitern in Hohoe begleitet. Dabei geht es um eine Verbesserung der Bewässerung, so dass mindestens zwei Ernten anstelle von einer möglich sind und dadurch die Einkommen deutlich verbessert werden können. Für das Projekt wurden 100 Farmerinnen ausgewählt und damit sollen alle Farmer in der Region vom praktischen Nutzen der Bewässerung überzeugt werden. Das Land Niedersachsen steuert 27.100 € bei, unser Eigenanteil beträgt 3.000 €. Spenden dafür sind gerne gesehen!

Bzgl. der von uns über Kredite finanzierten Landmaschinen haben wir von Peter Koonsom, dem Regionalleiter in Hohoe, einen Jahresbericht nach Abschluss der Erntesaison Ende Januar 2018 erhalten. Danach hat CRAN mit den Maschinen einen Gewinn von 40 Tsd. Cedis (rund 8 Tsd Euro) erwirtschaftet. Ein höherer Gewinn, der nicht nur die Anschaffungskosten deckt, sondern auch zusätzliche Investitionen ermöglicht, kann erzielt werden, wenn die im ersten Jahr erkannten Schwachstellen, die zu Ausfällen oder hohen Betriebskosten geführt haben, behoben werden:

  • Die Farmer müssen früher mit dem Reisanbau starten, damit die Felder bei der Ernte nicht zu trocken sind und der harte Untergrund die Maschine beschädigt.
  • Die Felder müssen von Baumstümpfen befreit sein, die ein weiterer Grund für Beschädigungen sind.
  • CRAN überlegt, einen eigenen Transporter anzuschaffen, um die Transportkosten der Maschinen zwischen den Anbaugebieten zu reduzieren.
  • Im Vergleich mit anderen Orten sind die Ersatzteilkosten in Hohoe zu hoch, da es dort nur einen Laden gibt.

Da die Schwachstellen deutlich erkannt worden sind, ist damit zu rechnen, dass das zweite Jahr besser laufen kann. Auf jeden Fall werden die Maschinen gerne genutzt und als echte Hilfe gesehen!

Seit Ende letzten Jahres ist Richard Johnson als neuer Mitarbeiter für CESS und die Öffentlichkeitsarbeit (kurz „PR“) zuständig. Hier nun eine kleine Vorstellung vom ihm in Wort und Bild:

Warum möchtest Du bei CRAN arbeiten (außer dem Wunsch nach einem Job und Gehalt)?

Meine Entscheidung für CRAN war von der Motivation bestimmt, den Hilfsbedürftigen zu dienen und ein Lächeln in viele Gesichter zu bringen.

Was hast Du bisher getan, welche Qualifikationen hast Du?

Ich war als Verwaltungsassistent am College für Fernstudien (zur Universität von Cape Coast gehörig) tätig, ebenso im Kundenservice von Total Ghana Ltd (Mineralölkonzern). Ich habe auch schon in Schulklassen unterrichtet und in vielen Fällen (christliche und säkulare) Gruppen geleitet, die versucht haben, ihre Forderungen an den zuständigen Stellen durchzusetzen. Zurzeit schreibe ich parallel meine Masterarbeit an der hiesigen Uni im Studiengang „Administration im Hochschulwesen“.

Warum bist Du die „beste Person“ für die Aufgabe?

Ich denke, weil ich eine kontaktfreudige und charismatische Person bin. Und ich bin ausdrucksstark und kann mich mutig äußern. Zudem bin ich ein zielorientierter Mensch, der von sich aus Initiative ergreift und den Wunsch hat, den Menschen zu dienen.

Was ist Dein Wunsch für CRAN?

CRAN sollte sich mehr in der kommunalen Entwicklungsarbeit engagieren, um stärker wahrgenommen zu werden. Dies ist aber eine Herausforderung aufgrund der knappen Fördergelder. Ich wünsche mir auch, dass wir mit CESS noch mehr junge Menschen und dies auch über die Secondary High School hinaus fördern könnten.

Was sind Deine Pläne für CESS und die Öffentlichkeitsarbeit? Was hast Du im ersten Jahr vor?

Mein Plan ist die Suche nach weiteren Fördermitteln, um wie eben beschrieben das CESS-Programm auszuweiten. Aktuell suche ich aber zunächst einen Weg, um alle CESS-Kinder und ihre Eltern im Laufe des ersten Jahres kennenzulernen.

Wir sind gespannt auf sein erstes Jahr und seine Ideen und wünschen ihm weiterhin einen guten Einstieg und viel Erfolg bei seiner neuen Aufgabe!

Bzgl. CESS gibt es ansonsten keine weiteren Neuigkeiten aus Ghana. Aufgrund von ausreichenden freien Spenden und günstigen Wechselkurseffekten konnten 10 Kinder zusätzlich in das Programm aufgenommen werden. Danke für alle zusätzlichen und kontinuierlichen Spenden!

Wir hoffen, dass CRAN im Laufe des Jahres auch wieder die eigenen Aktivitäten verstärken und die notwendige finanzielle Unterstützung dafür gewinnen kann. Sobald uns Neuigkeiten erreichen, werden wir wie gewohnt diese auf unserer Homepage vorab veröffentlichen. Alles Weitere dann wieder im nächsten Rundbrief!

Bis dahin mit herzlichen Grüßen im Namen des gesamten Vorstand

Gerd Eibach

Und zur Erinnerung:
Die diesjährige Mitgliederversammlung findet am 29. September 2018 in Mülheim/Ruhr statt. Da die Versammlung offen für alle ist, können gerne auch Nichtmitglieder daran teilnehmen. Alle notwendigen Details schicke ich auf Anfrage zu, die Mitglieder erhalten wie gewohnt unaufgefordert Post.

Berufliche Veränderungen bei CRAN Ghana

Prof. Patrick Agbesinyale, Gründer von CRAN Ghana und bis heute Geschäftsführer, ist seit Mitte Februar hauptberuflich nicht mehr an der Universität Cape Coast als Direktor des Institutes für Entwicklungsstudien tätig, sondern wurde als Chief Director (= leitender Geschäftsführer) ins Ministerium für Ländereien und natürliche Ressourcen (Ministry of Lands and Natural Resources) berufen. Seit dem Regierungswechsel war Patrick bereits im Beratungsgremium des Ministers tätig und ist nun in die seit August 2017 vakante Stelle des Chief Directors aufgestiegen. Damit untersteht er direkt dem Minister. Seine Stelle an der Universität hat Patrick jedoch noch nicht aufgegeben, sondern sich lediglich beurlauben lassen. Die Familie lebt daher weiter in Cape Coast, während Patrick unter der Woche in Accra tätig ist.
Welche Auswirkungen dies auf Patricks Arbeit für CRAN hat, lässt sich noch nicht absehen. Wir beglückwünschen ihn zunächst zu seiner Ernennung und wünschen ihm, dass er sein Wissen und seine langjährige Erfahrung nun landesweit zum Wohle der ghanaischen Bevölkerung erfolgreich einsetzen kann.

Die Nachricht im englischen Wortlaut von der ghanaischen Nachrichtenagentur.

Lesenswert: „Ghana: weit weg, ganz nah“

Der Westdeutsche Förderkreis von Oikocredit hat als Schwerpunktthema für die aktuelle Ausgabe 01/2018 Ghana ausgewählt: Fairer Anbau von Kakao, Jugendarbeitslosigkeit, Möglichkeiten der Kooperation zwischen Ghana und Deutschland in der entwicklungspolitischen Arbeit – dies sind einige
Schlaglichter aus dem Heft. Wer sich gerne und schnell mal wieder in
„ghanaische Themen“ vertiefen möchte, der sollte das Magazin einmal in die Hand nehmen oder online blättern.

Siehe Magazin Frühjahr 2018 auf der Seite Publikationen.