CRAN-Rundbrief Nr. 73, Mai 2018

Rundbrief 73 05.18

Liebe CRAN-Freundinnen und -Freunde,

der Frühling bricht an – Zeit für Neues! Und so wird es Zeit, auch wieder ein paar Neuigkeiten aus Ghana weiterzugeben. Über große und neue Projekte, die von CRAN aus gestartet werden konnten, kann ich nicht unbedingt berichten, aber es gibt schon einige Neuigkeiten:

Patrick Agbesinyale, der Leiter von CRAN, hat hauptberuflich eine neue Aufgabe übernommen. Seine Tätigkeit als Direktor des Institutes für Entwicklungsstudien an der Universität von Cape Coast ruht momentan, er ist zum Chief Director (= leitender Geschäftsführer) ins Ministerium für Ländereien und natürliche Ressourcen (Ministry of Lands and Natural Resources) berufen worden. Seit dem Regierungswechsel war Patrick bereits im Beratungsgremium des Ministers tätig und ist nun in die seit August 2017 vakante Stelle des Chief Directors aufgestiegen. Damit untersteht er direkt dem Minister. Die Familie lebt daher weiter in Cape Coast, während Patrick unter der Woche in Accra tätig ist.
Wir wünschen ihm, dass er seine Erfahrung und sein Wissen jetzt landesweit für die ghanaische Bevölkerung einsetzen kann und er so zum Segen für viele wird. Wie dies die Arbeit von CRAN selbst beeinflusst, ist noch offen. Wir sind hier im Gespräch.

Unser großes Projekt vom letzten Jahr, der Neubau der „Anthony Community School“, ist jetzt formal beendet, auch wenn die nachträglich geplante Toilettenanlage noch im Bau ist. Unser Abschlussbericht (inkl. Abrechnung) ist von der Bingo-Umweltstiftung abgenommen worden. Die Zusammenarbeit ist gut gelaufen, so dass wir uns eine erneute Antragstellung gut vorstellen können. Die Abstimmung mit CRAN über ein Nachfolgeprojekt ist aber noch nicht erfolgt, da der Start des Reisprojekts gerade im Fokus steht:

In der zweiten Märzhälfte haben wir die gute Nachricht vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium erhalten, dass das Land Niedersachsen unserem Antrag für ein Pilotprojekt für Reisfarmerinnen in der Volta-Region zugestimmt hat. Die schriftliche Bestätigung steht momentan noch aus. Das einjährige Projekt soll jetzt zum 01. Juni starten und wird von den Mitarbeitern in Hohoe begleitet. Dabei geht es um eine Verbesserung der Bewässerung, so dass mindestens zwei Ernten anstelle von einer möglich sind und dadurch die Einkommen deutlich verbessert werden können. Für das Projekt wurden 100 Farmerinnen ausgewählt und damit sollen alle Farmer in der Region vom praktischen Nutzen der Bewässerung überzeugt werden. Das Land Niedersachsen steuert 27.100 € bei, unser Eigenanteil beträgt 3.000 €. Spenden dafür sind gerne gesehen!

Bzgl. der von uns über Kredite finanzierten Landmaschinen haben wir von Peter Koonsom, dem Regionalleiter in Hohoe, einen Jahresbericht nach Abschluss der Erntesaison Ende Januar 2018 erhalten. Danach hat CRAN mit den Maschinen einen Gewinn von 40 Tsd. Cedis (rund 8 Tsd Euro) erwirtschaftet. Ein höherer Gewinn, der nicht nur die Anschaffungskosten deckt, sondern auch zusätzliche Investitionen ermöglicht, kann erzielt werden, wenn die im ersten Jahr erkannten Schwachstellen, die zu Ausfällen oder hohen Betriebskosten geführt haben, behoben werden:

  • Die Farmer müssen früher mit dem Reisanbau starten, damit die Felder bei der Ernte nicht zu trocken sind und der harte Untergrund die Maschine beschädigt.
  • Die Felder müssen von Baumstümpfen befreit sein, die ein weiterer Grund für Beschädigungen sind.
  • CRAN überlegt, einen eigenen Transporter anzuschaffen, um die Transportkosten der Maschinen zwischen den Anbaugebieten zu reduzieren.
  • Im Vergleich mit anderen Orten sind die Ersatzteilkosten in Hohoe zu hoch, da es dort nur einen Laden gibt.

Da die Schwachstellen deutlich erkannt worden sind, ist damit zu rechnen, dass das zweite Jahr besser laufen kann. Auf jeden Fall werden die Maschinen gerne genutzt und als echte Hilfe gesehen!

Seit Ende letzten Jahres ist Richard Johnson als neuer Mitarbeiter für CESS und die Öffentlichkeitsarbeit (kurz „PR“) zuständig. Hier nun eine kleine Vorstellung vom ihm in Wort und Bild:

Warum möchtest Du bei CRAN arbeiten (außer dem Wunsch nach einem Job und Gehalt)?

Meine Entscheidung für CRAN war von der Motivation bestimmt, den Hilfsbedürftigen zu dienen und ein Lächeln in viele Gesichter zu bringen.

Was hast Du bisher getan, welche Qualifikationen hast Du?

Ich war als Verwaltungsassistent am College für Fernstudien (zur Universität von Cape Coast gehörig) tätig, ebenso im Kundenservice von Total Ghana Ltd (Mineralölkonzern). Ich habe auch schon in Schulklassen unterrichtet und in vielen Fällen (christliche und säkulare) Gruppen geleitet, die versucht haben, ihre Forderungen an den zuständigen Stellen durchzusetzen. Zurzeit schreibe ich parallel meine Masterarbeit an der hiesigen Uni im Studiengang „Administration im Hochschulwesen“.

Warum bist Du die „beste Person“ für die Aufgabe?

Ich denke, weil ich eine kontaktfreudige und charismatische Person bin. Und ich bin ausdrucksstark und kann mich mutig äußern. Zudem bin ich ein zielorientierter Mensch, der von sich aus Initiative ergreift und den Wunsch hat, den Menschen zu dienen.

Was ist Dein Wunsch für CRAN?

CRAN sollte sich mehr in der kommunalen Entwicklungsarbeit engagieren, um stärker wahrgenommen zu werden. Dies ist aber eine Herausforderung aufgrund der knappen Fördergelder. Ich wünsche mir auch, dass wir mit CESS noch mehr junge Menschen und dies auch über die Secondary High School hinaus fördern könnten.

Was sind Deine Pläne für CESS und die Öffentlichkeitsarbeit? Was hast Du im ersten Jahr vor?

Mein Plan ist die Suche nach weiteren Fördermitteln, um wie eben beschrieben das CESS-Programm auszuweiten. Aktuell suche ich aber zunächst einen Weg, um alle CESS-Kinder und ihre Eltern im Laufe des ersten Jahres kennenzulernen.

Wir sind gespannt auf sein erstes Jahr und seine Ideen und wünschen ihm weiterhin einen guten Einstieg und viel Erfolg bei seiner neuen Aufgabe!

Bzgl. CESS gibt es ansonsten keine weiteren Neuigkeiten aus Ghana. Aufgrund von ausreichenden freien Spenden und günstigen Wechselkurseffekten konnten 10 Kinder zusätzlich in das Programm aufgenommen werden. Danke für alle zusätzlichen und kontinuierlichen Spenden!

Wir hoffen, dass CRAN im Laufe des Jahres auch wieder die eigenen Aktivitäten verstärken und die notwendige finanzielle Unterstützung dafür gewinnen kann. Sobald uns Neuigkeiten erreichen, werden wir wie gewohnt diese auf unserer Homepage vorab veröffentlichen. Alles Weitere dann wieder im nächsten Rundbrief!

Bis dahin mit herzlichen Grüßen im Namen des gesamten Vorstand

Gerd Eibach

Und zur Erinnerung:
Die diesjährige Mitgliederversammlung findet am 29. September 2018 in Mülheim/Ruhr statt. Da die Versammlung offen für alle ist, können gerne auch Nichtmitglieder daran teilnehmen. Alle notwendigen Details schicke ich auf Anfrage zu, die Mitglieder erhalten wie gewohnt unaufgefordert Post.

CRAN-Rundbrief Nr. 72, Dezember 2017

Liebe CRAN-Freundinnen und -Freunde,

nun liegt unsere Reise nach Ghana im September schon lange zurück und der erste Schnee ist inzwischen gefallen. Die klimatischen Gegensätze können kaum größer sein. Bei den ersten Zeilen dieses Briefes saß ich bei sommerlichen Temperaturen im CRAN Office (jetzt mit neuer Anschrift „5 CRAN Street“) in Cape Coast und habe versucht, die Erlebnisse und Ergebnisse der letzten Wochen zu bündeln. Die Zeilen sind dann nicht auf den Weg gekommen, weil immer wieder neue Nachrichten hinzugekommen sind. So ist der Brief jetzt eine bunte Mischung.
Unsere Reise war etwas anders als sonst: Da einige bekannte Gesichter zwischenzeitlich CRAN verlassen haben, ist es ruhiger im Office geworden und wir haben uns diesmal auch öfter mit Ehemaligen getroffen. Es ist schön, auch weiterhin eng verbunden zu sein und sich wiederzusehen. Auf unserem Arbeitsprogramm standen insbesondere die Projekte, die uns in den letzten Monaten am meisten beschäftigt haben, und natürlich der Austausch mit den CESS-Koordinatoren.

Mehrmals besuchten wir die Baustelle der „Anthony Community School“, um uns einen Eindruck der Baufortschritte zu machen. Aufgrund starker Regenfälle im Juni und Juli hatte sich die Fertigstellung verzögert. So hatten wir keine Chance, die Einweihungsfeierlichkeiten mitzuerleben, aber wir haben jede Woche die Entwicklung begutachten können.

Seitens des Dorfes war der Wunsch da, die Schule schnellstmöglich fertigzustellen, um den Kindern im neuen Schuljahr bessere Lernbedingungen zu ermöglichen. Da das alte Gebäude inzwischen nicht mehr stand, waren die Schülerinnen und Schüler der Junior High School in ein naheliegendes Kirchengebäude umgezogen, so dass die Kinder der Primary School und des Kindergartens ihr Gebäude nutzen konnten.

Für das Dachgerüst wurde als zusätzlicher Beitrag des Dorfes ein großer Dahoma-Baum (s. links) aus dem Gemeinschaftsbesitz gefällt und verarbeitet. Für die Bildung der Kinder wird das Beste, was man hat, beigesteuert!

Bei einem unserer Besuche trafen wir einen Angestellten der zuständigen Schulbehörde für die Umgebung, der sich in unregelmäßigen Abständen ein Bild von den Fortschritten machte. Die Behörde ist äußerst dankbar für den Einsatz von CRAN, da sie von sich aus in den nächsten Jahren nicht in der Lage gewesen wäre, Abhilfe zu schaffen. Wünsche für weitere Bauprojekte sind bereits vorhanden!
Und dann kamen die Neuigkeiten: Am 30.11. konnte das Schulgebäude mit einem großen Festakt eingeweiht werden:

Weitere Bilder von der Bauzeit und der Einweihung werden in Kürze auf unserer Homepage www.cran.org sein!
Aufgrund des recht guten Projektverlaufs haben wir die Hoffnung, dass wir nach einem die Bingo-Umweltstiftung auch für weitere Projekte gewinnen können.

Bei unserem Besuch in Hohoe standen die neuen Landmaschinen im Fokus, die mithilfe eines Kredites des Freundeskreises finanziert werden konnten. Nach monatelangen Verzögerungen sind die Maschinen nun im Einsatz, der Combined Harvester allerdings nur sporadisch, da die eigentliche Erntezeit erst im November beginnt. Die Mitarbeiter in Hohoe sind herausgefordert, einen guten Einsatzplan auf die Beine zu stellen, um die vorgesehenen Einnahmen zu realisieren.

CRAN betreibt in Hohoe und Umgebung nun auch eigenen Reisanbau auf zwei gepachteten Feldern. Damit können eigene Einnahmen erzielt werden, aber auch Musterfelder entstehen. Um ein profitables Projekt daraus zu machen, fehlt jedoch noch ein Bewässerungssystem, das mehrere Ernten im Jahr ermöglicht. Die Mitarbeiter haben den Wunsch nach weiteren eigenen landwirtschaftlichen Tätigkeiten, wie z.B. eine Plantage mit Plantains (Kochbananen) oder einer Geflügelfarm. Diese Arbeiten sind aber nur möglich, wenn keine Projekte laufen. Die Haupttätigkeit der Mitarbeiter lag und liegt unverändert bei der Mitarbeit in Projekten, durch die die Stellen der Mitarbeiter finanziert werden.

Die Schulen in Abakam und Shama-Kedzi sind in gutem Zustand. In Abakam hat die Regierung eine neue Toilettenanlage bauen lassen, nur die Schlüsselübergabe lässt noch auf sich warten. Bedarf herrscht aktuell beim Aufbau eines Computerraums, hier fehlen sowohl die Computer selbst als auch Sitzgelegenheiten. Die Wassersammelanlage in Shama-Kedzi funktioniert weiterhin ohne Probleme. Der dringende Bedarf an weiteren Lehrerunterkünften ist jedoch unverändert vorhanden.

Auch in diesem Jahr konnte mit Hilfe von Sonderspenden die Teilnahme von CESS- und weiteren Kindern am Ferienlager der Scripture Union (Bibellesebund) ermöglicht werden. Sowohl in Hohoe als auch in Cape Coast war das Camp ein voller Erfolg. Die Teilnehmer gaben an, viel über den Glauben und das aktive Leben als Christen gelernt zu haben und würden sich wünschen, dass das Camp in Zukunft länger als nur eine Woche dauert. Insgesamt konnten 85 Kinder daran teilnehmen, davon 50 in der Central Region und 35 in der Volta Region. Besonders freut uns die Tatsache, dass mehrere ehemalige CESS-Kinder nun selbst als Mitarbeiter in den Camps aktiv waren. Ein ausführlicher Bericht von Teye zum Camp in Cape Coast haben wir zusätzlich als Nachricht auf unserer Homepage eingestellt.

Die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den CESS-Koordinatoren nutzten wir auch zur Überprüfung der Kosten für Mittagessen, Schuluniformen usw. Die Preise sind relativ stabil geblieben, so dass wir die Kosten weiterhin mit den vorhandenen Spenden vollständig abdecken können. Wie von der neuen Regierung angekündigt, ist ab dem gerade begonnenen Schuljahr der Besuch der Senior High School kostenfrei, jedoch zunächst nur für die neuen „Erstklässler“. Das betrifft im neuen Schuljahr drei unserer CESS-Kinder, so dass sich mögliche Auswirkungen auf die Kosten noch nicht einschätzen lassen. Die Tatsache, dass nicht alle Senior High Schools als Boarding Schools (also Internate) operieren, führt außerdem dazu, dass für die Unterbringung der Kinder in privaten Unterkünften Kosten anfallen, diese sind jedoch geringer als das frühere Schulgeld. Wir sind gemeinsam mit den CESS-Koordinatoren vor Ort bemüht, jeglichen finanziellen Handlungsspielraum für die Förderung von weiteren Kindern zu nutzen.

Zu den im letzten Rundbrief angesprochenen Projekten gibt es folgende Neuigkeiten zu berichten:
Die „Endausscheidung“ für das Spendenprojekt des Schuljahres 2017/18 an einer Berufsschule in NRW haben wir als CRAN Freundeskreis leider nicht gewinnen können. Damit ist auch der mögliche Besuch eines Mitarbeiters aus Cape Coast in Deutschland nicht zustande gekommen.
Das landesweite AIDS-Projekt mit dem Schwerpunkt auf nicht-klinische HIV-Präventionsmaßnahmen, an dessen Umsetzung in der Central Region CRAN beteiligt sein wird, verzögert sich weiterhin. Die neue ghanaische Regierung lässt aufgrund von Korruptionsvorwürfen gegen die alte Regierung alle neuen Projekte vor dem Start überprüfen.

Im Oktober haben wir von einer weiteren Fördermöglichkeit durch das Land Niedersachsen erfahren, die wir noch für das Jahr 2018 in Anspruch nehmen wollten. Daher haben wir kurzfristig einen Projektantrag für ein Pilotprojekt für Reisfarmerinnen in der Volta-Region beim Land Niedersachsen gestellt. Dabei geht es um eine Verbesserung der Bewässerung, so dass mindesten zwei Ernten anstelle von einer möglich sind und dadurch die Einkommen deutlich verbessert werden können. Die Entscheidung darüber sollte noch in diesem Jahr getroffen werden, damit Anfang 2018 direkt gestartet werden kann.

Alle Projekte, die wir auf diesem Wege starten, setzen eine Eigenbeteiligung des Antragstellers in der Regel von mindestens 10% voraus. Bei der Anthony Community haben wir 6 TEUR beigesteuert, für das Reisprojekt werden wir 3 TEUR brauchen. Wenn wir uns in 2018 für einen neuen Antrag bei der Bingo-Umweltstiftung entscheiden, ist auch wieder ein Beitrag von 3 bis 5 TEUR nötig. Von daher sind wir dankbar für alle freien Spenden, die wir hier einsetzen können.

Bei unserer Ankunft in Cape Coast haben wir leider erfahren, dass Teye Kodzi, aktuell unsere wichtigste Kontaktperson im Office, gerade mit einem 3jährigem Doktorandenstudium („NGO management“) begonnen hat. Nach 18 Jahren bei CRAN war dies eine große – aber inzwischen auch nachvollziehbare – Überraschung. Somit haben wir ein weiteres vertrautes Gesicht verloren. Mit Richard Johnson konnte schnell ein Nachfolger für CESS und die Öffentlichkeitsarbeit gefunden werden, so dass noch eine gute Übergabe erfolgen konnte. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass jemand gesucht wird, der ein Herz für CESS hat und auch längerfristig diese Aufgabe wahrnehmen möchte. Ob dies geklappt hat, müssen wir abwarten.

Und nun wird es Zeit, den Brief auf den Weg zu bringen – dann bleiben die Weihnachtsferien zum Lesen. Danke für das Begleiten und die Unterstützung für CRAN in diesem Jahr!
Ich wünsche Ihnen/Euch allen fröhliche und gesegnete Weihnachtstage und alles Gute bis zum nächsten Rundbrief.
Herzliche Grüße – auch von allen im CRAN Office in Cape Coast und Hohoe –

Rundbrief 72 12.17

Und weil 2018 schon vor der Tür steht:
Die Mitgliederversammlung findet am 29. September 2018 in Mülheim/Ruhr statt. Da der Freundeskreis im nächsten Jahr 25 Jahre alt wird, wird es ein ganzes Jubiläumswochenende (von Freitagabend bsi Sonntagmittag) mit einem kleinen Rahmenprogramm geben. Wie immer sind alle herzlich dazu eingeladen! Wer weitere Details benötigt bzw. über die aktuellen Planungen in der nächsten Zeit auf dem Laufenden gehalten werden möchte, melde sich bitte bei mir!

CRAN-Rundbrief Nr. 71, Mai 2017

Rundbrief 71 05.17 / Rundbrief 71 05.17 Anlage

Liebe CRAN-Freundinnen und -Freunde,

schon auf Neuigkeiten aus Ghana gewartet? Manche haben mich in der letzten Zeit nach der nächsten Ausgabe des Rundbriefs gefragt, die schon seit einigen Wochen fertig sein sollte. Manches hat sich dazwischen geschoben und an mancher Stelle habe ich noch auf die weitere Entwicklung gewartet. Was hat in den letzten Wochen geklappt?

Das Schulprojekt „Anthony Community School“ hat uns in den letzten Monaten am stärksten beschäftigt. Aufgrund der im letzten Jahr eingegangenen Spenden konnten wir im Dezember einen Projektantrag bei der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung einreichen. Ende März haben wir nun die Rückmeldung erhalten, dass die Stiftung 29,4 TEUR zum Schulbau beisteuert. Der Schulbau wurde umgehend begonnen (leider noch keine Baubilder erhalten) und soll bis September abgeschlossen sein. (Dabei ist das offizielle Projektende erst Ende Oktober.) Wir sind dankbar, dass unser erster Versuch überhaupt, über Fördermittel ein Projekt zu realisieren, Erfolg hatte. Die Dorfgemeinschaft versucht schon seit ca. zwei Jahren den Neubau in Angriff zu nehmen. Daher ist die Freude über die Zusage groß und der Neubau der sechs Klassenräume für die Primary School kann starten. Wenn wir das Projekt wie geplant in dem zeitlichen und finanziellen Rahmen umsetzen können, sehen wir die Chance für Folgeanträge. Zum einen könnten wir damit weitere Gebäude für die Schule (Lehrerwohnung, Kindergarten, Schulbibliothek, Sanitärbereich) finanzieren oder Anliegen jenseits des Bildungsbereichs aufgreifen. Wie wir den dazu erforderlichen Eigenanteil beisteuern können, werden wir dann sehen.

Manchmal ist es auch prima zu erfahren, dass die staatliche Fürsorge für die Schulen funktioniert. Die Kindergartenklassen „unserer“ Schule in Abakam werden mit neuen Möbeln von der GES (Ghana Education Service) ausgestattet. Für die 31 Kinder der 1. Klasse (KG1) sind bereits sechs nagelneue Rundtische und 31 Stühle ausgeliefert worden, die Möbel für KG2 werden folgen.

Die Jahresberichte für die CESS-Kinder haben sich leider verzögert. Nach dem Ausscheiden von Benedicta Afram als CESS-Verantwortliche gab es eine Kommunikationspanne aufgrund veralteter Mailanschriften. In der Folge sind Mails nicht angekommen, was die Erstellung der Berichte verhindert hat. Die Probleme sind jetzt behoben und wir hoffen, dass die Berichte in Kürze aus Ghana eintreffen. Wir wünschen uns, dass die nächsten Berichte wieder deutlich früher eintreffen, und versuchen dies auch ganz praktisch zu verbessern!

Die Betreuung der Kinder vor Ort läuft aber in der gewohnten Form weiter und die Ferienlager in den Sommerferien rücken langsam wieder in den Fokus. Da wir in den letzten Jahren immer wieder erlebt haben, wie begeistert die Kinder an den christlichen Ferienlagern teilgenommen haben, wollen wir wieder möglichst viele CESS-Kinder sponsern. In den letzten Jahren war dies durch einzelne Sonderspenden möglich, die auch jetzt wieder willkommen sind. Für ein Kind kostet das zweiwöchige Sommerlager ca. 25 Euro. CRAN würde gerne auch Schulkinder von den „CRAN-Schulen“ einladen, auch wenn sie nicht im CESS-Programm sind. Im letzten Jahr haben wir 29 Kinder gesponsert, CRAN Ghana weitere 11 – jetzt kursieren Zahlen von 100 Schülern …

Was läuft nun bei den anderen Projekten, insbesondere in der Landwirtschaft?

Der Kauf der Erntemaschine für den Reisanbau hat größere Schwierigkeiten verursacht, da sich der Importeur geweigert hat, die im Hafen von Accra eingetroffene Maschine auszuliefern. Abweichend vom Kaufvertrag hat er auf eine vorzeitige Bezahlung der Maschine bestanden, so dass CRAN einen Anwalt einschalten musste. Anfang Mai kam endlich die Info, dass die Maschine jetzt in Hohoe eingetroffen ist. Die Maschine kann sofort bei der Ernte in der Umgebung eingesetzt werden. Für die Betreuung der Maschinen gibt es einen eigenen Arbeiter, dem ein Mitarbeiter von CRAN zur Seite steht. Wir sind auf die ersten Fotos und Erfahrungen gespannt.

Das „CARI“-Projekt (Competitive African Rice Initiative) zur Steigerung des Reisanbaus, an dem CRAN seit Ende 2015 mitwirkt und das Anfang 2017 ausgelaufen wäre, ist seitens des GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH) als Sponsor aufgrund des großen Erfolgs um ein Jahr bis März 2018 verlängert worden. Die beteiligten Organisationen wie CRAN haben damit die Möglichkeit, die Reisbauern weiterhin zu unterstützen.

Das Mühlenprojekt in der Umgebung von Cape Coast sollte im April offiziell im Beisein von Vertretern der Deutschen Botschaft eröffnet werden. Aufgrund von Terminschwierigkeiten hat die Eröffnung noch nicht stattgefunden. Was das Projekt für die Menschen bedeutet, ist in der Anlage zu diesem Rundbrief zu lesen!

Von deutscher Seite aus sind wir gerade in der „Endausscheidung“ für das Spendenprojekt des Schuljahres 2017/18 an einer Berufsschule in NRW. Im Juli fällt die Entscheidung zwischen drei Projekten. Wenn CRAN die Unterstützung gewinnt, kann im nächsten Jahr ein Schulungsprogramm für junge Erwachsene im Kakaoanbau (nahe des Kakum Nationalparks in der Central Region, also in der Nähe von Cape Coast) gestartet werden. Bei einer Zusage werden wir kurzfristig einen Mitarbeiter aus Cape Coast einladen, um im Oktober vor den Schulklassen das Projekt zu präsentieren.

Die Ghana Aids Commission (GAC) startet in diesem Jahr ein landesweites AIDS-Projekt mit dem Schwerpunkt auf nicht-klinische HIV-Präventionsmaßnahmen. CRAN hat sich erfolgreich für eine Projektmitarbeit beworben und wird sich von Cape Coast aus an der Umsetzung in der Central Region beteiligen. Aufgrund des Regierungswechsels verzögert sich momentan der Projektstart.

Vieles ist also im Fluss, manches fließt dabei träge, manches hingegen recht flott. Mehr Details werden wir mit Sicherheit im Herbst erfahren. Zwei Mitglieder des Freundeskreises werden im September wieder nach Ghana reisen und vor Ort wahrscheinlich die Schuleinweihung miterleben, die Landmaschinen austesten u.v.m.. Wer die Gelegenheit nutzen will, aus erster Hand mehr von der Reise zu erfahren, ist herzlich eingeladen, bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am 14.10.2017 in Solingen (ab 10 Uhr im Gemeindezentrum Arche, Eichenstraße 140, 42659 Solingen) dabei zu sein. Jeder ist herzlich eingeladen, egal ob Mitglied oder Freund! Der Reisebericht wird am Vormittag im Mittelpunkt stehen. Bitte wegen der Verpflegung anmelden!
Ansonsten wird danach die nächste Ausgabe des Rundbriefs mit vielen Neuigkeiten und frischen Eindrücken erscheinen Soweit möglich, versuchen wir auch immer wieder aktuelle Neuigkeiten wie die Rundbriefe aus Ghana über unsere Homepage www.cran.org weiterzugeben.

Nach der Fertigstellung der Mühle in Ndasemam hat uns Teye Kodzi, der zuständige Projektmitarbeiter von CRAN in Cape Coast, einige Zeilen zum Projekt mit Fotos und Stel­lungnahmen von den Menschen vor Ort zugesendet.

Die Maschinen sind in einem guten Zustand und werden für das Mahlen von Maniok und Getreide verwendet. Das gemahlene Getreide wird zu Kenkey weiterverarbeitet, das gemahlene Maniok zu Gari. Das sind zwei traditionelle Nahrungsmittel nicht nur in die­sem Dorf, sondern im ganzen Land. Ndasemam ist ein Platz, wo Kenkey von den Frauen in großem Stil und kommerziell hergestellt wird, daher ist die Mühle eine große Erleichte­rung für sie. Sie müssen nicht mehr ihr Getreide über einen Kilometer weit zum Mahlen tragen.
Gleichzeitig ist die Maniokmühle die einzige Mühle in den Dörfern der Umgebung, daher sind alle Dorfgemeinschaften ringsherum glücklich, weil sie jetzt einen Ort zum Mahlen von Maniok haben. Das Projekt wird deshalb von allen Nutznießern als ein großer Segen von Gott wahrgenommen.

Die Maschinisten (operators):

Kweku Attah und Kaw Akutah sind die bei­den Männer, die für die Bedienung der Ma­schinen die Verantwortung tragen.
Die Erfolgsaussichten für das Projekt sind gut, weil die Frauen zahlreich kommen und wir viel Arbeit be­sonders für die Getreidemühle bekommen. Viele Frauen machen Kenkey im Dorf und sie kommen, um eine Menge Ge­treide hier zu mahlen. Es ist spannend zu erleben, dass die Maschinen die Arbeit so schnell so viel leichter machen.

Die Frauen:

Sie sind bereits mehr als sechsmal zur Mühle zum Mahlen gekommen. Eine von ihnen macht Kenkey auf kommerzieller Basis, während die anderen zwei den Kenkey nur für den eigenen Verbrauch zuhause machen. Die Mühlen sind gut, da sie die Produkte sehr glatt mahlen. Ne­ben der Landwirtschaft ist die Verarbeitung von Gari und Kenkey die einzige Möglichkeit, mit der sie als Frauen zu einem Zusatzeinkom­men kommen. Daher ist  die Bereitstellung der Maschinen im Dorf eine richtig gute Sache,  die ihnen passiert ist. Vorher war es schwierig, da sie mehr als einen Kilometer gehen mussten, um Getreide mahlen zu können. Für Maniok gab es bisher über­haupt keine Mühle in den Dörfern ringsherum. So mussten sie mit Autos unterwegs sein, um irgendwo den Maniok zu mahlen. Infolgedessen waren sie sehr müde und spät dran mit der Erledigung der Hausarbeiten. Aber jetzt haben sich die Dinge zum Besseren ge­ändert.
Die einzige Herausforderung, die sie jetzt haben, besteht darin, dass sie etwas Startkapi­tal brauchen, um Getreide und Maniok in großen Mengen zu kaufen, so dass sie ein höheres Einkommen erzielen können.

Projektkoordinator:
Er ist einfach überwältigt und für die Unterstützung sehr dankbar, wenn er in Betracht zieht, wie wichtig das Projekt für das Dorf ist.

Chief of the community (Bürgermeister):
Er freut sich sehr über das Projekt. Einige Schulen (Secondary Schools) sind an das Dorf herangetreten, um herauszufinden, ob die Frauen genug Gari für die Schulen erzeugen und verkaufen können, da sie jetzt eine Maschine im Dorf haben. Es gibt einen großen Markt für Gari und Kenkey, was das Projekt zu einem guten Projekt macht. Er ist den Spendern für ihre Unterstützung sehr dank­bar.
Das Projekt mag klein sein, aber die Wirkung ist groß.

Bis dahin wünsche ich allen einen gesegneten Sommer, fröhliche Urlaubszeiten und ein paar wärmende Sonnenstrahlen mehr!
Herzliche Grüße vom gesamten Vorstand

Gerd Eibach

Der Neubau der Anthony Community School kann beginnen!

Der CRAN Freundeskreis erhält eine Förderung von knapp 30 TEUR durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung für das geplante Schulprojekt in der Central Region!
Mit dieser massiven Unterstützung ist es nun möglich, den von der Dorfgemeinschaft geplanten Neubau der Primary School in Angriff zu nehmen. Dabei werden sechs Klassenräume mit Eigenleistung des Dorfes aufgebaut und mit Mobilar ausgestattet. Da der desolate Zustand der bisherigen Klassenräume bei Regen keinen Unterricht mehr zugelassen hat und die Räume einsturzgefährdet sind, ist der Neubau dringend erforderlich, um weiterhin den 160 Grundschülern eine Bildungschance zu geben. Der Neubau soll bis zum Oktober abgeschlossen sein.
Die Dorfgemeinschaft hat vor geraumer Zeit CRAN um Unterstützung gebeten. Seit dem letzten Jahr hat der Freundeskreis gezielt für das Projekt Spenden zurückgelegt, um den geforderten Eigenteil beizutragen. Mit der Finanzierung durch die Bingo-Umweltstiftung ist jetzt ein schneller Baubeginn möglich.

Die Niedersächsische Bingo- Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Weitere Informationen unter www.bingo-umweltstiftung.de.

CRAN Rundbrief Nr. 70, November 2016

Rundbrief-70-11-16

Liebe CRAN-Freunde und -Freundinnen,

die Präsidentenwahl steht erst noch bevor! In Ghana wird am 7. Dezember – hoffentlich wieder gewaltfrei und ohne Unregelmäßigkeiten – ein neuer Präsident und ein neues Parlament gewählt. Kontinuität gewünscht oder Zeit für Veränderung? Diese Fragestellung habe ich bei den lebhaften Diskussionen über die Wahl mit unseren Gästen aus Ghana vor einigen Monaten wahrgenommen. Bei CRAN erleben wir immer wieder beides. Das Ausbildungsprogramm CESS läuft kontinuierlich weiter, Möglichkeiten zum Helfen sind auch wie gewohnt gegeben – aber auf der anderen Seite verändern sich durch die Projekte die Lebensbedingungen der Menschen. Neue Chancen. Beides hat in dieser Ausgabe mit den Schwerpunkten Bildung (CESS und Schulen) und Landwirtschaft seinen Platz.

Beginnen möchte ich aber mit einer personellen Veränderung:

Im September hat uns die Nachricht überrascht, dass Benedicta Afram, die aufgrund ihrer Verantwortung für CESS und die Öffentlichkeitsarbeit in vielen Fällen unsere erste Ansprechpartnerin gewesen ist, CRAN verlässt, um ihre Ausbildung fortzusetzen. Wir sind froh, dass sie CRAN weiterhin ehrenamtlich unterstützen wird. Die Verantwortung für CESS hat Teye Kodzi unternommen, der als langjähriger Mitarbeiter für die Projekte in Cape Coast zuständig ist und CESS auch schon früher betreut hat. Von daher gibt es hier erstmal keine neuen Gesichter für uns.

Nach der Deutschlandreise haben wir aufgrund von aktuellen Preisentwicklungen in Ghana gemeinsam die CESS-Kalkulation überprüft. Es gab Kostensteigerungen insbesondere im Bereich der Secondary High Schools (d.h. im weiterführenden Schulbereich) durch höhere Schulgebühren und für die Internatsunterbringung. Die vorsichtige Kalkulation vor zwei Jahren ermöglicht es, dass wir den in 2014 ermittelten Richtwert von 15 Euro noch beibehalten können. Dieser Betrag gilt jetzt allerdings als Untergrenze für neue Patenschaften. Bestehende Patenschaften können selbstverständlich auch mit einem niedrigeren Betrag fortgesetzt werden. Wir haben die betroffenen Paten und Patinnen zwischenzeitlich bereits informiert und möchten uns hier herzlich bei allen bedanken, die ihre monatliche Unterstützung erhöhen konnten und dies direkt getan haben. Danke für die zusätzlichen Mittel, die dazu beitragen, dass wir weiterhin alle CESS-Kosten decken können.
Eine allgemeine CESS-Unterstützung ohne konkrete Patenschaft ist unverändert mit einem geringeren Betrag möglich und hilft, Finanzierungslücken bei CESS zu schließen.
Durch solche allgemeinen CESS-Spenden bzw. konkrete Sonderspenden war es im letzten Sommer möglich, dass 29 CESS-Kinder aus der Voltaregion an einem der Sommerlager, die regelmäßig von der Scripture Union, einer christlichen Hochschulorganisation, an verschiedenen Orten organisiert werden, teilnehmen konnten. Weitere 11 Kinder aus Abakam konnten aufgrund einer lokalen Spende an einem anderen Lager teilnehmen.

In Hohoe haben insgesamt 442 Schüler und Schülerinnen an dem 14-tägigen Lager in einer Schule teilgenommen. Auch wenn es ein christliches Programm ist, waren 165 muslimische Kinder dabei. Schüler und Studenten begegnen sich in einer Ferienatmosphäre, auch wenn Unterricht in normalen Schulfächern auf dem Programm steht. Es bleibt genug Zeit für eine Menge Spaß und für neue Freundschaften. Es wird versucht, die natürlichen Talente der Kinder zu fördern, ihre Fähigkeiten zu stärken und ein eigenes Selbstverständnis aufzubauen. Dazu gehört auch das gemeinsame Bibellesen: Was gehört zum christlichen Glauben dazu, welche Werte können mein Leben bestimmen und was hat das mit einem erfüllten Leben zu tun?
Die Kinder haben die Zeit sehr genossen und wollen das Gelernte ins neue Schuljahr mitnehmen und ihr Bestes geben. Sie wünschen sich, dass CRAN auch im nächsten Jahr wieder die Teilnahme ermöglicht und so wollen wir das Programm auch in 2017 gerne wieder finanziell unterstützen.

Die allgemeine Schulausstattung ist immer wieder ein Problem. So hat CRAN in diesem Jahr die notwendige Ausbesserung des vorhandenen Lehrermobiliars (je 5 Stühle und Schreibtische im Lehrer- wie auch in den Klassenzimmern) in der Schule in Abakam finanziert. Die bisherigen Möbel stammten bereits aus alten CRAN-Beständen. Neue Möbel sind aufgrund der hohen Holzpreise nicht finanzierbar. Die Bibliothek in Musunkwa, deren Aufbau vor ca. 5 Jahren durch eine ausländische Stiftung ermöglicht wurde, ist ein weiteres Beispiel. Die Schulkinder nutzen den Buchbestand rege und die 10 vorhandenen PC’s sind voll im Einsatz. Angesichts der Vielzahl an Schülern wäre aber eine Aufstockung des PC-Bestands notwendig und auch in den Bücherregalen ist noch Platz. Die Bibliothek selbst befindet sich aber in einem guten Zustand.

Für das Schulprojekt „Anthony Community School“, über das wir Anfang des Jahres berichtet haben, sind in den vergangenen Monaten einige Spenden eingegangen. Mit diesem Grundstock sind wir in der Lage, einen Antrag auf Unterstützung bei einer öffentlichen niedersächsischen Stiftung zu stellen, da wir den benötigten Eigenanteil (bei dem auch die Arbeitsleistung der Dorfgemeinschaft angerechnet wird) damit fast zusammen haben. Wir hoffen über diesen Weg den Schulbau im nächsten Jahr zu schaffen und dann die Ausbaustufen (Lehrerwohnung, Kindergarten, Schulbibliothek) in Angriff nehmen zu können.
Kommen wir nun zur Landwirtschaft:

Das Mühlenprojekt in der Umgebung von Cape Coast (siehe letzter Rundbrief), das mit der Finanzhilfe der deutschen Botschaft im April diesen Jahres starten konnte, wird in diesem Monat zum Abschluss kommen. Das größere geschlossene Gebäude, in dem die Mühlen untergebracht sind, ist weitgehend fertig, das zweite offenere Gebäude ist noch in Fertigstellung.

Im Unterstand wird der gemahlene Maniok untergestellt und auf entsprechenden Ablagen getrocknet. Mehr dazu nach der Inbetriebnahme!

Im letzten Rundbrief haben wir private Kreditgeber gesucht, die die Anschaffung von mehreren landwirtschaftlichen Maschinen in der Voltaregion ermöglichen. Die vorgesehene Kreditsumme von 40 TEUR ist eingegangen – danke an alle, die dazu beigetragen haben! – und zwischenzeitlich an CRAN überwiesen worden. Bezüglich der Maschinen hat es allerdings einige Veränderungen gegeben. Nach Beratungen, u.a. mit einem Unidozenten, der auch als Berater für das Landwirtschaftsministerium tätig ist und bereits Erfahrung mit den Maschinen habt, wurde von dem bisher geplanten Modell Abstand genommen. Stattdessen wurde Ende Oktober eine größere Erntemaschine (s.o.) bestellt (mit Rabatt für 27 TEUR), die in der ersten Dezemberhälfte geliefert wird. Für das restliche Geld sollen jeweils zwei Erweiterungen für zwei bereits vorhandene power tiller (Ackerfräsen) angeschafft werden, so dass diese auch zum Ernten eingesetzt werden können. Die Maschinen sind bei den Bauern gefragt und die Mitarbeiter in Hohoe sind unverändert davon überzeugt, das die Anschaffungskosten durch die Vermietungen wie geplant erwirtschaftet werden. Wir sind auf die ersten Erfahrungen gespannt!

Wie sich der Reisanbau in der Voltaregion verändert, zeigen die Infos zum „CARI“-Projekt (Competitive African Rice Initiative). CARI ist ein weiteres Projekt zur Steigerung des Reisanbaus, an dem CRAN seit Ende 2015 mitwirkt und das Anfang 2017 ausläuft, in dessen Verlauf CRAN inzwischen mehr als 3.800 Bauern unterstützt hat. Während es am Anfang schwer war, die Bauern vom Nutzen des Projekts zu überzeugen, sind zuletzt die Bauern von sich aus zum CRAN-Büro gekommen, um nachzufragen, ob sie an dem Programm teilnehmen können. Das Interesse der jungen Leute am Reisanbau als Erwerbsmöglichkeit ist deutlich gestiegen – und auch die Erträge: Ein Bauer bearbeitet beispielsweise jetzt 2 statt 0,5 Acre (1 Acre = 4047 qm) mit gutem Ertrag, ein anderer hat statt 1,5 nun 3,21 Tonnen Reis geerntet.

Die beiden Reisprojekte, an denen CRAN in der Voltaregion mitwirkt, laufen Ende 2016 bzw. Anfang 2017 aus. Ob CARI verlängert wird, ist noch in Klärung.

Rückblickend auf 2016 haben wir unverändert viele Baustellen in Ghana: Es gibt viele Ideen, die auf Umsetzung warten, um den Menschen vor Ort bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen. Und oft stoßen wir an unsere finanziellen Grenzen und kommen nur in kleinen Schritten voran. Aber unsere Geschwister in Ghana sind immer wieder dankbar für unsere langjährige verlässliche Hilfe und Anteilnahme. Diese Partnerschaft ist ihnen sehr wertvoll. Und dazu haben in diesem Jahr wieder viele – manchmal sehr verlässlich, manchmal überraschend – beigetragen. Mit diesem Rückhalt wünsche ich mir, dass wir im neuen Jahr das eine oder andere Projekt umsetzen können und viele Kinder weiterhin ohne finanzielle Sorgen zur Schule gehen können.
Bevor aber das neue Jahr startet, wünsche ich uns allen, dass wir die vor uns liegende Advents- und Weihnachtszeit fröhlich feiern können und wir uns selbst durch Gott beschenken lassen. Er meint es gut mit uns!

Bis zum nächsten Rundbrief alles Gute und herzliche Grüße vom gesamten Vorstand

Gerd Eibach

CRAN Rundbrief Nr. 69, Juli 2016

Rundbrief 69 Juli 2016

Liebe CRAN-Freunde und -Freundinnen,

„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt,
dem will er seine Wunder weisen in Berg und Wald und Strom und Feld.“

irgendwie ist diese Strophe aus dem alten Volkslied von Joseph von Eichendorff gerade recht passend: Die Ferien- und Reisezeit hat für viele begonnen und gleichzeitig liegt die Deutschlandreise der ghanaischen Mitarbeiter hinter uns. Diese Reise und ein brandaktuelles Anliegen sollen im Mittelpunkt dieser Ausgabe stehen.

Benedicta Afram (Öffentlichkeitsarbeit und CESS) und Sebastian Ike Agbodzi (CESS und technischer Berater bei Landwirtschaftsprojekten) waren vom 14. Mai bis zum 09. Juni bei uns zu Gast. Dreieinhalb Wochen waren sie in unterschiedlichen Regionen Deutschlands zu Besuch – von Hamburg bis zum Bodensee. Es war eine tolle Gelegenheit, viel über die Arbeit von CRAN und das Leben in Ghana aus erster Hand zu erfahren, auch wenn manchmal die richtige Vokabel fehlte. In den vielen Begegnungen waren die beiden gute Botschafter – nicht nur für CRAN, sondern für Ghana insgesamt. Es hat Eindruck hinterlassen, wie die beiden und CRAN insgesamt sich mit viel Expertise und Leidenschaft für die Entwicklung ihres eigenen Landes einsetzen und zur Armutsüberwindung beitragen wollen. Gleichzeitig haben die beiden ihre ersten persönlichen Erfahrungen mit Deutschland gemacht. Wir haben am Ende der Reise die beiden ein wenig ausgefragt.

Benedicta

An dieser Stelle folgen aber nur stellvertretend die Antworten von Benedicta:

Was hat Dich am meisten an oder in Deutschland überrascht? Ich hatte Deutschland nicht so grün erwartet. Ich habe das Land für komplett industrialisiert mit wenig Wald gehalten. Zu meiner Überraschung und Freude war in jeder Stadt und jedem Dorf, die ich besucht habe, viel Platz für Pflanzen und Grün – was wunderbar war.

Welches deutsches Essen hat Dir am besten geschmeckt? War etwas wirklich ungewohnt für Dich? Ungewohnt war für mich Sprudelwasser, weil die Firmen in Ghana nur Stilles Wasser produzieren. Ich mag gerne deutsches Essen wie Wiener Würstchen, Müsli, Kroketten, Geschnetzeltes und vieles mehr.

Was hast Du am meisten während der Zeit in Deutschland vermisst (außer Familie und Freunde)? Überraschenderweise habe ich die Sonne vermisst, was ich nicht gedacht hatte.
Was sollten Deutsche von Ghanaern lernen? In Ghana nehmen mehr Menschen am Kirchenleben teil, sowohl an den Gottesdiensten als auch aktiv am sonstigen Gemeindeleben. Hier können andere von uns lernen.
Was ist Dein Feedback nach sieben öffentlichen Veranstaltungen und vielen anderen Tref­fen? Die Menschen waren an all den CRAN-Projekten interessiert, mit denen CRAN das Leben der Menschen verbessert. Sie haben nachgefragt und waren mit unseren Antwor­ten zufrieden. Sie haben uns ermutigt, unsere Arbeit fortzusetzen.

Wird sich in Deiner Arbeit für CRAN etwas verändern, nachdem Du mit dem CRAN Freun­deskreis zusammen gewesen bist? Nun haben wir Gesichter zu den Menschen, denen wir Mails schreiben. Es ist leichter, über Projekte zu schreiben oder Fragen zu diskutieren. Wir haben eine bessere Vorstellung von dem, was der Freundeskreis von uns erwartet.

Hast Du Wünsche an die Zusammenarbeit zwischen CRAN in Ghana und dem Freundes­kreis? Ich hoffe, dass der Freundeskreis die Projekte von CRAN weiter unterstützt, weil noch so viel Arbeit vor uns liegt. Und ich hoffe, dass der Freundeskreis mehr Menschen zur Unterstützung von CRAN gewinnt, so dass wir mehr soziale Projekte umsetzen können. Ghana braucht so viel Hilfe wie möglich, um eine Entwicklungsbeschleunigung zu erreichen, die die ganz Armen unterstützt, die Arbeitslosigkeit reduziert und das Phänomen ausrottet, das jeden Tag Menschen an Hunger oder Unterernährung sterben.

Wenn Du die Chance für eine zweite Reise nach Deutschland hast, was möchtest Du auf jeden Fall in dieser Zeit machen? Ich würde gerne lernen, wie man manche der schönen Blumen pflanzen und erhalten kann, die ich gesehen habe. Und ich würde gerne mehr über moderne Methoden lernen, wie man einen Hof mit biologischem Anbau führt.

Gibt es ein besonderes Erlebnis oder ein großes Missverständnis, was sich auf der Reise ereignet hat? Sebastian wurde einmal eine Gartenschnecke angeboten, nachdem er erwähnt hatte, dass er gerne Schnecken isst. Dies war sehr lustig, da die Schnecken, die in Ghana gegessen werden, die Afrikanischen Riesenschnecken sind.

Dein Fazit? Wir haben unseren Besuch sehr genossen und würden keine Station auslassen, da die Reise uns die wunderbare Gelegenheit geboten hat, einen umfassenden Blick auf Deutschland zu werfen.

Sebastian

Sebastian (auf dem Foto bei der „Sichtung“ von Schulungsmaterial „Lerne wie der Garten wächst“) hat auf der Reise sehr eindrücklich über die aktuelle Aufgaben von CRAN bei den Reisprojekten in der Volta-Region berichtet. Wir konnten dabei viel über den Reisanbau und die dazugehörigen Wertschöpfungsketten lernen. In der Kette gibt es aber eine Schwachstelle, die durch die aktuellen Projekte nicht beseitigt wird. Bisher gibt es wenige Landmaschinen in der Region, die bei der Arbeit eingesetzt werden können, die Arbeiten werden mit der Hand erledigt. Dabei spricht einiges für den Einsatz von Maschinen:

  • Reisanbau ist körperlich anstrengend und fordert seinen gesundheitlichen Tribut von den Bauern.
  • Durch den Maschineneinsatz können die anstehenden Arbeiten rechtzeitig erledigt werden und der Anbau ausgeweitet werden.
  • Das Durchschnittsalter der ghanaischen Landwirte beträgt ca. 54 Jahre und daher können sie die anstrengende Arbeit nicht selbst bewältigen.
  • Hilftskräfte stehen aber nicht im ausreichenden Umfang zu den gegebenen Zeiten zur Verfügung.
  • Die Kosten für die Arbeitskräfte sind zudem hoch, so dass durch einen Maschineneinsatz die Gewinne erhöht werden können (bzw. der inländische Reis preismäßig mit Importen mithalten kann).
  • Durch den Maschineneinsatz können die Nachernteverluste reduziert und die Qualität und damit der Marktwert des Reis erhöht werden.

CombineHarvester

Die Landwirte selbst haben nicht das Geld, um die Maschinen zu kaufen. Sie können vor Ort auch keine Kredite aufnehmen, da die Zinsen sehr hoch sind, aber auch die Banken vor der Vergabe von landwirtschaftlichen Krediten zurückschrecken. Daher sucht CRAN nach Möglichkeiten, Maschinen zur Vermietung an die Bauern für die aktuelle Anbauperiode, die im August/September beginnt, aufzutreiben.
Daher haben wir als CRAN Freundeskreis entschieden, das wir 40 TEUR als Darlehen zur Anschaffung von 4 Power Tiller, 2 dazugehörigen Anhängern und 2 Combine Harvester (= Mähdrescher) zur Verfügung stellen wollen. CRAN wird die Maschinen an die Landwirte vermieten. Nach aktuellen Berechnungen amortisieren sich die Maschinen in 3-4 Jahren. Ein Weiterverkauf der Maschinen nach einigen Jahren an dann im Umgang mit den Maschinen erfahrene Mechaniker oder Landwirte ist vorgesehen.

Private Kreditgeber gesucht!

Wir benötigen private Kreditgeber, die bereit sind, kurzfristig bis spätestens Ende August einen Betrag zwischen ein- und fünftausend Euro für 5 Jahre zu verleihen. Das Geld wird in 5 gleichen Raten zurückgezahlt und mit 1 % verzinst. Ein zinsloses Darlehen wird auch gerne angenommen. Die Formulare für beide Alternativen stehen hier zur Verfügung.

20160620 Kreditvertrag zinslos

20160620 Kreditvertrag

Die ausgefüllten Verträge sind in zweifacher Ausfertigung an Gerd Eibach senden. Je früher die Zusagen eingehen, desto eher können wir das Geld nach Ghana überweisen und die Maschinen vor Ort beschafft werden.

PowerTiller

Aufgrund der Erfahrung mit der Kreditfinanzierung für das CRAN Office sind wir überzeugt, dass wir die Kreditfinanzierung auf die Beine stellen können. Und die erste begeisterte Reaktion auf das Kreditangebot aus Ghana hat gezeigt, dass wir damit eine große Hilfe sein können. Wer weitere Informationen zu der Darlehensanfrage braucht, soll gerne direkt auf Gerd Eibach zukommen!

Bezüglich der übrigen Projekte, die im letzten Rundbrief geschildert wurden (Mühlenprojekt und Anthony Community School), gibt es keine Neuigkeiten, wir werden demnächst wieder berichten.

Damit kommt die sommerliche Extra-Ausgabe zum Ende. Allen, egal ob mit oder ohne Reisepläne, wünsche ich einen fröhlichen Sommer, immer wieder Freude über die Vielfalt der Welt und Natur und die Gunst Gottes im Sinne Eichendorffs!

Herzlichen Grüße vom gesamten Vorstand

Gerd Eibach

Hilfe vor der eigenen Haustür

Rundbrief 68 04.16 CRAN unterwegs

Berichte und mehr

Von der Arbeit einer ghanaischen Entwicklungsorganisation
vom 17. Mai bis zum 07. Juni irgendwo in Deutschland

Ghana – zuerst immer ein Teil von Afrika. Und Afrika steht zumeist für schlechte Nachrichten. Hohe Inflation, Stromausfälle, übermächtige Konkurrenz aus den Industrienationen, zu wenig Arbeitsplätze, hochverschuldet – keine Perspektive. Also bleibt Migration nach Europa als einziger Ausweg.
Das es andere Möglichkeiten gibt, zeigt CRAN. CRAN ist seit über 20 Jahren als Entwicklungsorganisation im eigenen Land tätig. Genau in den Regionen, in denen die Gründer zuhause sind und sich auskennen. Also vor der eigenen Haustür. Menschen, die sich mit ihren Fähigkeiten dafür einsetzen, dass die Lebensverhältnisse besser werden. Und nicht nur in einem Dorf, sondern in ganzen Regionen. Wie dies funktioniert, wo die alltäglichen Probleme liegen und warum sie sich dafür einsetzen, davon werden Benedicta Afram (24 Jahre) und Sebastian Agbodzi (45 Jahre) als Mitarbeiter/in von CRAN berichten.

Baden-Württemberg

  • 17.05. Heilbronn-Klingenberg
    Begegnungscafé um 16 Uhr im Lukas-Gemeindehaus
    Kirchgässle 10, 74081 Heilbronn
  • 19.05. Singen
    um 19.30 Uhr in der Friedenskirche
    Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Singen (Baptisten)
    Rielasinger Str. 19, 78224 Singen (Htwl.)

Niedersachsen/Hamburg

  • 24.05. Hannover
    um 19.30 Uhr in der Gemeinde am Döhrener Turm
    Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde am Döhrener Turm
    Hildesheimer Str. 179, 30173 Hannover
  • 25.05. Hamburg-Altona
    um 19.30 Uhr in der Christuskirche
    Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Hamburg-Altona (Baptisten)
    Suttnerstraße 18, 22765 Hamburg

Nordrhein-Westfalen

  • 31.05. Marl
    um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Josef
    Bergstraße 117, 45770 Marl
  • 01.06. Köln
    keine Veranstaltung; bei Kontaktwunsch an vorstand@cran.org wenden!
  • 02.06. Oberhausen-Sterkrade
    um 18.30 Uhr beginnt „FriKi Hakuna Matata III“
    im Gemeindehaus der ev. Friedenskirche
    mit musikalischem Rahmenprogramm und afrikanischen Snacks
    Steinbrinkstraße 158, 46145 Oberhausen
  • 07.06. Siegen
    um 19.30 Uhr in der Freien Evangelischen Gemeinde Siegen-Mitte
    Friedrichstraße 83-85, 57072 Siegen

CRAN Rundbrief Nr. 68, April 2016

Rundbrief_67_10_15

Liebe CRAN-Freunde und -Freundinnen,

Zeit wieder für einen neuen Rundbrief! Wenn ich mir die unterschiedlichen Themen ansehe, über die ich berichten kann, ist dies sicherlich nur ein Ausschnitt der Arbeit von CRAN. Manche Arbeitsbereiche bleiben diesmal außen vor. Trotzdem gibt es wieder eine ziemliche Vielfalt: Möglichkeiten der Begegnung und neue Gesichter, Hoffnung auf die Realisierung von neuen Projekten, aber auch Sorgen über CRAN Microfinance. Von daher sind es spannende Zeiten mit Höhen und Tiefen und ich hoffe, dass wir mit den nachfolgenden Zeilen ein wenig Anteil an den CRAN-Ereignissen geben können.

Was uns derzeit am meisten am Herzen liegt, ist die Vorbereitung der „Deutschlandtournee 2016“. Benedicta Afram und – abweichend zum letzten Brief – Sebastian Ike Agbodzi werden – vorbehaltlich der Erteilung der Visa – vom 14. Mai bis zum 09. Juni bei uns zu Gast sein.
Benedicta Afram (24 Jahre) ist seit 2013 bei CRAN und für die Öffentlichkeitsarbeit und für CESS zuständig. Emmanuel Asior, bisheriger Regionalkoordinator in der Volta-Region, hat überraschend ein attraktives Stellenangebot erhalten und daher im November CRAN verlassen. An seiner Stelle wird Sebastian Agbodzi (45 Jahre, seit 2001 bei CRAN) als Vertreter aus Hohoe kommen, der CESS in der Volta-Region betreut, aber auch als technischer Berater die landwirtschaftlichen Projekte begleitet.
Wann und wo die beiden von CRAN berichten werden, kann detailliert der beigefügten Übersicht entnommen werden. Wir hoffen, dass viele von Ihnen/Euch die Möglichkeit zur Begegnung nutzen können! Sollten sich noch Änderungen ergeben, werden wir diese auf unserer Homepage veröffentlichen. Wer keine Gelegenheit hat, an einer dieser Veranstaltungen teilzunehmen, aber Rückfragen zu einer CESS-Patenschaft oder zu anderen CRAN-Themen hat, kann sich gerne bei mir melden. Wir versuchen dann, ein Gespräch per Skype oder Telefon zu verabreden.
Wir hatten vor, eine „richtige“ Einladung, die auch zum Weitergeben geeignet ist, dem Rundbrief beizufügen. Leider hat es bisher mit der Erstellung nicht geklappt. Weist aber gerne auf die Veranstaltungen hin und bringt gerne Freunde, Bekannte usw. mit!
Sonderspenden für die Reise und für die Veranstaltungen sind unverändert eine große Hilfe, da die Kosten der Reise komplett vom Freundeskreis gedeckt werden.

Neben den laufenden Projekttätigkeiten in der Volta-Region gibt es auch neue Projekte in der Umgebung von Cape Coast:
The establishment of a gari processing and corn milling processing centre in the Ndasemam rural community in the Mfantseman District of the Central Region of Ghana“ (so lautet der offizielle Titel)
Das Bauerndorf Ndasemam (östlich von Cape Coast) hat ungefähr eintausend Einwohner. Obwohl viel Maniok und Mais angebaut wird, leben viele der Einwohner unter der Armutsgrenze und müssen als Haushalt mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Das liegt vor allem daran, dass die Bauern unfähig sind, ausreichende Mengen in der Haupterntezeit zu verkaufen und der Rest dann verdirbt. Nachdem sich die Dorfgemeinschaft mit dieser Herausforderung an CRAN gewandt hat, ist CRAN an die deutsche Botschaft mit der Bitte herangetreten, die Errichtung einer Gemeinschaftsmühle zur Verarbeitung von Maniok zu Gari bzw. zum Getreidemahlen zu finanzieren.
Die Botschaft wird die Kosten von ca. 7 TEUR übernehmen und das Dorf freut sich darüber, dass in sechs Monaten das Zentrum fertig sein wird. Damit haben die Bauern die Möglichkeit, den Wert ihrer Erzeugnisse zu steigern und diese zu einem besseren Preis zu verkaufen.
Ein weiteres Projekt ist im Westen von Cape Coast geplant:
„The construction of a six unit classroom block for the people of Anthony community in the Twifo-Hemang Lower Denkyira District of the Central Region of Ghana“ (so lautet hier wieder der offizielle Titel)

Eine Autostunde entfernt von Cape Coast hinter dem Kakum National Park gelegen befindet sich das Dorf Anthony mit ca. eintausend Einwohnern und gut 250 Schulkindern. Es gibt derzeit zwar eine Schule, die aber einen schlechten Zustand Anthony Communicta Früherer Zustand(Einsturzgefahr, regendurchlässig bzw. bereits dachlos) aufweist. Der Kindergarten ist in einem alten Kakaoschuppen untergebracht. Eine Unterstützung durch CRAN wird als Gebetserhörung betrachtet. CRAN benötigt ca. 35 TEUR für den Neubau bzw. die Renovierung. Das Dorf wird sich selbst mit einer zusätzlichen Arbeitsleistung von ca. 6 TEUR einbringen. Wir hoffen, mit unseren Spenden einen Teilbetrag beisteuern zu können, ansonsten wird eine Finanzierung über eine öffentliche Stiftung beantragt.

Das erste Bild zeigt beispielhaft den Zustand der bisherigen Gebäude. Die Dorfgemeinschaft hat einen Neubauversuch gestartet, der allerdings aus Geldmangel abgebrochen werden musste.

Anthony Communicta Neubauversuch

 

 

 

 

 

Was ist aus der Möglichkeit der finanziellen Beteiligung an CRAN Microfinance geworden? Die Unterlagen waren soweit erstellt, letzte Fragen zur Abwicklung der Geldtransfers in Klärung, als eine Aktualisierung des letzten Jahresabschlusses eingetroffen ist. CRAN Microfinance musste unerwartet am Anfang des Jahres bisher gestundete Zinszahlungen an ihre Hauptinvestoren leisten. Dadurch reduzierte sich der Überschuss der letzten Jahre deutlich mit entsprechenden Folgen für die finanzielle Ausstattung von CRAN MF.
Uns liegen keine neuen Schätzungen für die künftige Geschäftsentwicklung vor, ebenso konnte das Board keine positive Einschätzung über die Sicherheit einer Geldanlage bei CRAN MF geben. CRAN MF kann derzeit keine neuen Kredite aufnehmen, die eine Erhöhung der Zinslast verursachen. Gleichzeitig fehlen Anreize für eine Beteiligung mit Geschäftsanteilen. Auf Basis der jetzigen Sachlage haben wir uns als Vorstand des Freundeskreises darauf verständigt, das Anlageprojekt bis auf Weiteres ruhen zu lassen. Wir wünschen uns, dass CRAN in den nächsten Wochen die notwendigen Schritte unternehmen kann, um die finanzielle Ausstattung des Kleinkreditbereichs sicherzustellen. Das Tagesgeschäft selbst läuft unverändert stabil und mit Erfolg. (Hinweis auf neues Board?)

Ab und zu hören wir auch etwas von CRAN aus eigenen Informationsquellen. Julia Eibach ist momentan für neun Wochen in Cape Coast bei CRAN zu Gast. Sie absolviert zum einen ein Schulpraktikum, nutzt aber gleichzeitig die Gelegenheit, um CRAN selbst kennenzulernen und im Office ein wenig mitzuhelfen. Für den Rundbrief hat sie zur Halbzeit ihres Aufenthalts ihre persönlichen Eindrücke vom Leben in Ghana und von der Arbeit bei CRAN niedergeschrieben. Der Lagebericht ist als Anhang beigefügt. Danke für den Bericht!

Zu guter Letzt: Die Mitgliederversammlung 2016 findet wie vorgesehen am 04. Juni 2016 in Hilchenbach-Lützel (südliches NRW) statt. Die formale Einladung mit der Tagesordnung wird allen Mitgliedern rechtzeitig zugehen. Unsere ghanaischen Gäste werden an der Versammlung teilnehmen. Alle, die uns als Verein näher kennenlernen wollen, können gerne hinzukommen. Die notwendigen Details können bei allen Vorständen abgefragt werden.

Damit kommt der kleine CRAN-Rundgang zu seinem Ende. Danke für alle Unterstützung! Viel mehr zu Hören und Sehen gibt es dann beim Besuch der CRAN-Mitarbeiter: Wir hoffen auf gute Begegnungen und Gottes Segen für die Reise und alle anstehenden Vorhaben! Diesen Segen möchte ich Ihnen/Euch auch mit auf den Weg geben. Gott behüte und begleite Sie/Euch! Herzlichen Grüße vom gesamten Vorstand

Gerd Eibach

 

Aktueller Lagebericht von Julia Eibach aus Cape Coast
(eingegangen am 18.03.)

Wenn ihr diese Zeilen lest, ist meine Zeit in Ghana schon fast vorbei. Eine Zeit, die ich zum Teil bei CRAN und zum Teil in einer ghanaischen Grundschule verbracht habe. Hier nun also ein kleiner Zwischenstand, was die aktuelle Lage in Land und Office betrifft.

Ghana steht schon voll unter dem Einfluss der Präsidentschaftswahlen im November. Ganz gleich welche politische Richtung, steht bei allen vor allem der Wunsch nach anhal­tenden Frieden im Land an erster Stelle, sowohl im Hinblick auf die Zeit des Wahlkampfes als auch in den Wochen danach. Von terroristischen Anschlagen ist Ghana bisher ver­schont geblieben, wenngleich es in letzter Zeit einige Nachbarstaaten (Burkina Faso, El­fenbeinküste) getroffen hat. Sorgen macht man sich hier aber nicht, da man von keiner im Land aktiven Terrorgruppe weiß.
Die Lage im Land ist trotzdem nicht einfach. Wenn ein Problem gelöst ist, kommt das nächste auf. Die häufigen langanhaltenden Stromausfälle („Dumsor“), die das Land mo­natelang geplagt haben, sind deutlich weniger geworden, einzelne kurze Ausfälle gibt es jedoch unverändert. Die Strompreise wurden zu Beginn des Jahres deutlich erhöht, eben­so die Preise für Leitungswasser. Es wird dringend auf den Beginn der Regenzeit gewar­tet. Aus mehreren Regionen wird gemeldet, dass eine große Gefahr der Trinkwas­ser-Knappheit besteht. Durch illegalen Abbau von Mineralien und das Befischen mithilfe von Chemikalien sind Flüsse und Seen ausgetrocknet. Zu viel Müll, der nicht beseitigt wird, führt zusätzlich zur Verschmutzung von Wasser und daraus resultiert der Ausbruch von Cholera. Wenn der Regen dann kommt, bringt er gleich die Angst vor Hochwasser und Überflutungen mit.
Die Region rund um Cape Coast betrifft dies allerdings nicht. Hier hat es auch hin und wieder mal geregnet, seit ich dort bin. Dennoch kann es vorkommen, dass morgens mal kein Wasser aus der Leitung kommt.

Ein weiteres Thema in den Medien ist weiterhin die Infrastruktur, vor allem der Zustand der Straßen und die Sicherheit im Straßenverkehr. Der schlimme Unfall im Februar mit mehr als 60 Toten und 20 Verletzen hat es ja auch in die deutsche Presse geschafft. Wir sind daher besonders dankbar, dass ein Schulausflug mit sechs Bussen nach Accra An­fang März weitestgehend problemlos verlaufen ist. Eine kleine Autopanne, die der Bus­fahrer mal eben selbst repariert hat, war auch schon alles. Die Schülerinnen waren eher enttäuscht, dass dadurch der Besuch des Einkaufszentrums ausfallen musste.
Politisch hört man ansonsten immer wieder von Streiks und der Androhung dieser. Aktu­ell betrifft das zum Beispiel die Einzelhändler in Teilen Accras. Der drohende Lehrerstreik konnte jedoch erstmal abgewendet werden, die Entscheidung darüber ist aber nur ver­schoben und nicht vom Tisch. Vor allem im öffentlichen Dienst gibt es wohl immer wieder ausstehende Gehaltszahlungen von Seiten des Staates.

CESS Kinder in DuakorDie Schüler/innen befinden sich im Moment in den Ferien zwischen „Term 2“ und „Term 3“ (das ghanaische Schuljahr ist in drei „Dritteljahre“ eingeteilt). Vorher hatte ich jedoch noch die Möglichkeit die einzelnen Schulen zu besuchen, an de­nen CRAN mit dem CESS-Projekt Kinder unterstützt. Gerade die Schulleiter und Lehrer zeigten sich dankbar über die Hilfe, die hier erfolgt. Auch bei CRAN Ghana macht man sich Gedanken über die Zahl an Schulabbrechern und schlechten Leistungen. So ist man zum Beispiel dazu überge­gangen, vorwiegend ältere Schüler auszuwählen, da bei diesen Talent und Begabung schon eher zu beobachten ist und der Besuch der weiterführenden Schulen weitaus teurer ist als ein Besuch der Grundschule. Hier besteht also ein höherer Bedarf an Förderung.

Ein weiteres Thema im CRAN-Büro war während meiner Zeit dort die Verbesserung des Internetauftritts. So war der Webmaster für einige Tage zu Besuch, um die Mitarbeiter zu schulen, so dass diese in Zukunft zeitnah einfache Änderungen und Aktualisierungen selbst vornehmen können. Viel erhofft man sich auch vom Volunteer-Programm, mit dem Frei­willige aus aller Welt angeworben werden sollen. Auch hier ist die Website erste An­laufstelle und somit war eine Überarbeitung fällig. Ob sich hier viele Bewerber finden werden, wird sich zeigen. Der Aufbau einer Internetpräsenz ist natürlich immer ein Pro­zess, bei der Erfolge nur langsam sichtbar werden. Hier ist also Geduld gefragt. Auch auf Facebook ist CRAN seit einiger Zeit aktiv.

Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass die Arbeit bei CRAN viel Spaß macht und auch unter den Mitarbeitern eine große Motivation zu spüren ist. Sie machen sich Gedanken, was man optimieren oder verbessern kann und haben viele große Ideen (inwieweit sich diese auch umsetzen lassen, vor allem finanziell, ist eine andere Frage).

Parallel laufen auch die Vorbereitungen für die Deutschland-Tournee weiter. Die Beantra­gung von Reisepässen ist eine langwierige Angelegenheit. Ansonsten muss man sagen, dass sich deutsche und ghanaische Behörden bei der Beantragung von Visa nicht viel nehmen, es ist viel Bürokratie und viel Papierkram. Die deutsche Botschaft stellt immer­hin eine Checkliste zur Verfügung, um den Prozess zu erleichtern. Hier in Ghana haben wir drei Besuche im „Immigration Office“ gebraucht, bis alle Unterlagen für die Verlänge­rung meines Visums zusammen waren.
Besonders hat mir der Fragebogen gefallen, den Bewerber für ein deutsches Visum be­antworten müssen: „Sind Sie Mitglied in einer terroristischen Organisation? Kästchen Ja, Kästchen Nein.“ Man kann ja mal fragen.

Nach Beendigung der Reise werde ich sicherlich weiteres zu berichten haben. Gerüchte lauten, dass auch in der neuen Ausgabe des ghanaischen CRAN Newsletter über mich zu lesen sein wird.

Liebe Grüße aus Cape Coast,
Julia Eibach

CRAN-Rundbrief Nr. 67, Oktober 2015

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Liebe CRAN-Freunde und -Freundinnen,

Flüchtlinge aus aller Welt machen sich auf den Weg nach Europa. Dorthin, wo Freiheit und Frieden herrscht, dahin, wo es Hoffnung auf ein gutes Leben gibt. Warum machen sich die Menschen auf den Weg? Wo soll ich helfen: hier, wo es jetzt so dringend erscheint oder lieber vor Ort?

In der Liste der Herkunftsländer der Flüchtlinge wird Ghana nicht erwähnt. Angesichts der politischen Freiheit dort hat ein Asylantrag auch kaum Erfolgsaussichten. Aber Menschen aus Ghana machen sich auch auf den Weg. Wenn man trotz einer guten Schulbildung keine Aussicht auf einen Arbeitsplatz hat, fehlt die Perspektive daheim. Und die wirtschaftlichen Aussichten sind nicht verheißungsvoll. Ghana ist trotz Entschuldung in 2004 wieder erneut in der Schuldenfalle, Ghana ist weiterhin vom Export weniger Rohstoffe abhängig und kann den inländischen Finanzbedarf nicht decken. Und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich auch nicht verbessert. Immerhin wird dieser Missstand inzwischen auch deutlich benannt, wie z.B. in einem Interview von Entwicklungsminister Gerd Müller am 26.04.15 mit der Zeitung „Die Welt“. Hier einige Auszüge:

„Viel zu lange hat Europa den afrikanischen Kontinent mit ausgebeutet. Wir Europäer haben wertvolle Ressourcen zu Niedrigstpreisen bekommen und den Arbeitskräften Sklavenlöhne gezahlt. Auch auf dieser Ausbeutung gründen wir in Europa unseren Wohlstand. Nun wundern wir uns, wenn die Menschen in Afrika keine Chancen mehr für sich sehen und zu uns kommen wollen.“

„… internationale Konzerne müssen jetzt beweisen, dass sie ihr Geld von der Öl- bis zur Schokoladenproduktion nicht auf Kosten der Menschen am Anfang der Produktionskette verdienen.“

„Es wird Zeit, dass wir faire Preise dafür an die afrikanischen Produzenten zahlen. Die Marktverhältnisse müssen sich ändern. Nehmen Sie zum Beispiel Kakao aus Ghana. Für eine Tafel Schokolade bezahlen wir bei uns im Discounter 59 Cent. Davon bleiben nur zwei Cent im Anbauland. Wären es nur zwei Cent mehr, also vier Cent, würde das bei dem Schokoladenkonsum in Deutschland 120 Millionen Euro mehr ausmachen.“

„Das alte System vom reichen Europa und dem armen Afrika hat keine Zukunft. Deshalb muss es einen grundlegenden Wechsel in der Entwicklungspolitik geben. Wir brauchen ein ganz neues Denken.“

„Wir müssen Afrika als gleichberechtigten Partner behandeln.“

Ob und wann sich etwas grundlegend ändert, wird sich zeigen. Die Hilfe im Kleinen stößt immer wieder an Grenzen. Aber sie kann zeichenhaft für ein anderes Miteinander stehen und im Leben einzelner etwas bewirken. Deshalb lohnt es sich unverändert, CRAN und das Bemühen der MitarbeiterInnen um eine Verbesserung der Lebensverhältnisse zu unterstützen.

So sind wir froh, dass das Patenschaftsprogramm aus unserer Sicht in diesem Jahr weiter reibungslos läuft. Im Sommer konnten als jährlicher Höhepunkt wieder 22 CESS-Kinder aus der Volta-Region an einem zweiwöchigen Ferienlager der Scripture Union (= Bibellesebund in Deutschland) teilnehmen. Das Ferienlager bringt Schulkinder der unterschiedlichen Jahrgänge zusammen, um gemeinsam zu lernen, Spaß zu haben, Freundschaften zu schließen, Begabungen zu entwickeln und in christlichen Werten zu wachsen.

Da CRAN derzeit die finanziellen Mittel für eigene Projekte fehlt, bewirbt sich CRAN immer wieder um die Mitwirkung bei Entwicklungsprojekten anderer Träger, auch um die Gehälter der Mitarbeiter zu sichern. Da CRAN aufgrund der langjährigen Erfahrung bei landwirtschaftlichen Projekten in der Volta-Region inzwischen ein anerkannter Partner ist, erhielt CRAN in den letzten Monaten den Zuschlag für zwei weitere Projekte:

  • CRAN wird über zwei Jahre Beratungsleistungen zur Verarbeitung von Cassava anbieten. Das Projekt wird von der Gates-Stiftung finanziert. Dabei geht es um die Unterstützung der Farmer beim Anbau und bei der Verarbeitung von Cassava. Durch eine zusätzliche Verarbeitung der geernteten Pflanzen zu Mehl oder Gari gewinnen die Farmer zusätzliche Einnahmemöglichkeiten.

  • Im August hat CRAN einen Vertrag mit dem Competitive African Rice Initiative (CARI) Marching Grant Fund unterzeichnet. Mit dem Fond, an dem auch die GIZ aus Deutschland beteiligt ist, sollen Initiativen unterstützt werden, die die Wettbewerbskraft von Reisbauern in Westafrika erhöht. In den nächsten zwei Jahren wird CRAN Schulungen zu unterschiedlichen Themen durchführen: praktische Schulungen im Anbau von Reis und Ergänzungsgetreide sowie Schulungen zu Geschäfts- und Finanzthemen und Ernährung.

Die im letzten Jahr begonnene zweite Phase des staatlichen Reisprojekts in der Volta-Region ist angelaufen. CRAN betreut dort weiterhin ca. 1.500 Farmer in 27 Tälern. Inzwischen sind die Landarbeiten voll im Gange, allerdings mit unterschiedlichem Stand. Abhängig vom Start der Arbeiten ist die Einebnung des Lands zu 30 bis 80 % abgeschlossen. Durch diese Maßnahme wird eine Verdoppelung der Ernte erwartet. CRAN besucht derzeit erneut alle Gruppen, um sie auf eine effektive Bearbeitung der neuen Anbauflächen vorzubereiten.

In Hohoe besitzt CRAN seit 2010 eine eigene Radiostation. Da der regionale Sender in den ersten Jahren immer wieder ein Zuschussgeschäft war, ist CRAN unverändert bemüht, einen Betreiber zu finden. Die Station ist aber ein großes Plus für die Bewerbung von CRAN bei Projekten, da damit die Kommunikation mit der betroffenen Landbevölkerung sichergestellt werden kann. So gibt es beim Reisprojekt feste Sendezeiten, in denen es spezielle Sendungen für die Reisbauern gibt, also Unterricht per Radio. Da die Sendungen auch in den Projektbudgets eingeplant sind, hat sich die Einnahmesituation des Senders verbessert und der Zuschussbedarf ist in der letzten Zeit entfallen. Das Konzept mit der Radiostation funktioniert also derzeit gut!

Die Pläne zum Aufbau neuer christlicher Gemeinden in der Umgebung von Cape Coast sind zwischenzeitlich wieder beendet worden. Es hat sich herausgestellt, dass in den letzten Jahrzehnten überall schon Gemeinden entstanden sind bzw. immer Gemeinden in der Nähe bestehen. Um den Gemeindeaufbau zu unterstützen, gibt es regelmäßig mehrtägige Einsätze von Teams aus Christen aus der Umgebung. Die Teilnahme von CRAN-Mitarbeitern an solchen Einsätzen lässt sich aber nicht mit den laufenden Aufgaben von CRAN verbinden. Von daher bringt CRAN sich wie schon in der Vergangenheit – soweit möglich – vorrangig finanziell ein, um die Einsätze der örtlichen Studentenmission in der Region zu unterstützen. Aktuell wird auch Geld für ein eigenes Kirchengebäude in Dutch Komenda beigesteuert, die dortige Gemeinde ist von CRAN mit aufgebaut worden.

Im Versicherungsbereich hat es keine Veränderung gegeben. CRAN kann die finanziellen Sicherheiten nicht stellen, um eine Lizenz zum Versicherungsbetrieb oder für das Maklergeschäft zu erhalten. Die Bemühungen um einen Kooperationspartner sind auch erfolglos verlaufen. Damit kann CRAN in dem Bereich nicht mehr tätig sein.

CRAN prüft nun die letzte Möglichkeit, als Agent für eine Versicherung zu vermitteln, da der Bedarf an einer finanziellen Absicherung von alltäglichen Risiken unverändert hoch und sinnvoll ist. Gerade die Absicherung der Kleinkredite durch eine entsprechende Risikoversicherung war eine große Hilfe in unerwarteten Notlagen.

Wo sind wir als Freundeskreis derzeit aktiv?

Wir haben uns in den letzten Monaten neben den laufenden Aktivitäten für CESS stärker mit der Frage beschäftigt, wie wir künftig CRAN besser unterstützen können bzw. wie es gelingen kann, dass CRAN auch wieder verstärkt eigene Projekte in den beiden Regionen umsetzen kann.

Um eigene Projekte realisieren zu können, brauchen wir entweder zusätzliche freie Spenden oder Projektpartner, mit denen eine Finanzierung zustande kommen kann. Hier haben wir in den letzten Monaten begonnen, Kontakte in Deutschland zu knüpfen und mit CRAN über eine Zusammenarbeit zu beraten. Es gibt mehrere Ansätze, für die CRAN derzeit passende Projekte auswählen muss bzw. die in den nächsten Monaten weiter konkretisiert werden müssen. Wir hoffen, dass über diesen Weg CRAN wieder neue Aktivitäten entfalten kann.

Um weitere Unterstützer in Deutschland zu gewinnen, haben wir in diesem Sommer die Möglichkeit für eine „Deutschlandtournee 2016“ von CRAN-Mitarbeitern geprüft. Diese Reise soll aber auch allen bisherigen Unterstützern – also Ihnen! – die Chance zur persönlichen Begegnung bieten! Bisher steht nur der grobe Rahmen: Aus Ghana werden – vorbehaltlich der Erteilung der Visa- Benedicta Afram als CESS-Koordinatorin und Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit aus Cape Coast und Emmanuel Asior, Regionalmanager in Hohoe nach Deutschland kommen. Damit haben wir Gäste, die direkt aus erster Hand über alle CRAN-Themen, über die CESS-Patenschaften und über Ghana allgemein viel berichten können. Die Reise soll im Zeitraum Mitte Mai bis Anfang Juni stattfinden (nach Pfingsten für 2-3 Wochen). Alle weiteren Details, wie die genauen Reisedaten und die ersten Stationen, werden im Rahmen der kommenden Mitgliederversammlung Ende Oktober geplant.

Wer dazu Anregungen oder Angebote hat, kann sich gerne beteiligen. Wenn Sie also einen Besuch in Ihrem Heimatort wünschen, um selbst mehr zu erfahren oder Ihren Nachbarn, Freundinnen oder Kollegen einmal CRAN vorstellen wollen, kann dort gerne eine weitere Station eingeplant werden. Sprechen Sie mich an! Telefonnummer und Email sind in der Fußleiste zu finden. Wir brauchen an jeder Station Menschen vor Ort, die einen Raum stellen oder beschaffen können, die einfach mitmachen. Das Veranstaltungsformat kann völlig unterschiedlich aussehen: vom kleinen Kreis zu Hause über einen Besuch in einer bestehenden Gruppe oder in einer Schule bis hin zu einer öffentlichen Veranstaltung.

Sonderspenden für die Reise sind auch eine große Hilfe, da die Kosten der Reise, die schätzungsweise ca. 3 TEUR zzgl. eventuell anfallenden Veranstaltungskosten betragen, komplett von unserer Seite gedeckt werden.

Über die weiteren Planungen werden wir auf jeden Fall rechtzeitig informieren.

Ein weiteres Thema der letzten Monate war die Gewinnung von PrivatinvestorInnen für CRAN Microfinance. Wie im letzten Rundbrief bereits beschrieben wird finanzielle Unterstützung benötigt, um bis Mitte 2016 die gesetzlichen Auflagen an die Eigenkapitalausstattung zu erfüllen und damit alle Filialen erhalten zu können. CRAN fährt hier derzeit zweigleisig: Neben der Suche nach größeren Investoren in Ghana ist die Einbindung von Privatpersonen gewünscht, die die Vision von CRAN („Communities without poverty“) teilen. Cordaid (eine der größten niederländischen Hilfsorganisationen), die bisher maßgeblich an CRAN Microfinance finanziell beteiligt sind, begrüßt diese Vorgehensweise sehr.

Das Angebot zur Beteiligung an CRAN Microfinance (zwischen 1.000 und 20.000 EUR möglich) habe ich bereits im letzten Rundbrief vorgestellt. Die Erstellung der Unterlagen ist inzwischen weitgehend abgeschlossen und auch die letzten technischen Fragen (Wie kann einfach und kostengünstig der Geldtransfer zwischen Ghana und Deutschland abgewickelt werden?) sind fast geklärt. Daher sollen die Beteiligungsunterlagen (komplett in englischer Sprache) im November veröffentlicht werden. Es werden unverändert eine langfristige Beteiligungsmöglichkeit in Form von Vorzugsaktien (mit Dividende) und Schuldverschreibungen (mit fester Verzinsung) angeboten werden. Die Unterlagen werden auf der Homepage verfügbar sein. Die Rundbriefempfänger mit Emailanschrift werden eine kurze Information per Mail erhalten. Wer die Unterlagen direkt erhalten will, kann sich gerne bei mir vormerken lassen. Diejenigen, die bereits nach der Ankündigung im letzten Rundbrief ihr Interesse signalisiert haben, sind weiterhin vorgemerkt.

Da es sich um eine direkte Beteiligung an CRAN Microfinance handelt, werden auch alle künftigen Unterlagen und Schreiben in englischer Sprache sein. Bei Verständnisfragen stehe ich aber gerne zur Verfügung.

Die oben bereits erwähnte diesjährige Mitgliederversammlung wird unverändert am 31.10.2015 stattfinden, und zwar von 10 – 17 Uhr in der Freien Evangelischen Gemeinde Rhein-Sieg (Buschberg 5, 53757 St. Augustin-Buisdorf). Zu dem Treffen sind alle eingeladen, die einfach mehr von CRAN und den laufenden Aktivitäten mitbekommen wollen. Im Mittelpunkt wird dabei sicherlich die gemeinsame Vorbereitung der Deutschlandreise stehen. Für Anmeldungen oder bei Fragen zu dem Treffen bitte mich ansprechen oder anschreiben.

Und für alle, die Weihnachtsgeschenke – es ist bald soweit – über das Internet bestellen sollten, sei noch einmal auf bildungsspender.de hingewiesen: Beim Bildungsspender CRAN auswählen und dann über den Bildungsspender den gewünschten Händler aufrufen – und CRAN erhält einen Teil des Kaufpreises! Beim Online-Kauf von Bahntickets kann der Bildungsspender übrigens auch eingesetzt werden.

Es ist nun wieder ein langer Brief geworden, aber ich hoffe, dass er wieder einen guten Einblick in die aktuelle Arbeit von CRAN und des Freundeskreises geben konnte. Ich möchte allen danken, die auf vielfältige Weise mithelfen und hoffe, dass wir in der nächsten Zeit noch weitere Projekte in Angriff nehmen können.

Ich wünsche Ihnen ebenso Gottes Segen für Ihren Alltag und verbleibe mit herzlichen Grüße vom gesamten Vorstand

Gerd Eibach

CRAN-Rundbrief Nr. 66, April 2015

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Liebe CRAN-Freunde und -Freundinnen,

nach den vielen Reiseeindrücken im letzten Rundbrief kann ich diesmal nur in schlichter Form über die aktuellen Entwicklungen in Ghana berichten. Manches ist dabei „laufendes Geschäft“ und kaum der Rede wert, weil nichts Neues passiert ist. Und es kommt in diesem Rundbrief immer wieder der große Spannungsbogen zwischen den unterschiedlichen Arbeitsfeldern von CRAN zum Vorschein. Diese Vielfalt gehört zu CRAN und gibt so vielen Menschen, ob groß oder klein, auf unterschiedliche Weise ein Stück Hoffnung für die Zukunft. Hoffnung, die oftmals unauffällig geschenkt wird und in den täglichen Nachrichten kaum auftaucht. „Ostern lässt hoffen“ hieß es in einer Zeitung. Es war bezogen auf das Wetter zu den Ostertagen, aber der Satz passt für mich viel besser zu dem ursprünglichen Ostergeschehen. Wenn mit der Auferstehung Christi die Welt und damit jeder einzelne von uns Hoffnung für die eigene Zukunft angeboten bekommt, passt es recht gut, in diesen nachösterlichen Tagen mit diesem Rundbrief über unsere gemeinsamen Hoffnungsprojekte zu berichten!

Im Rückblick auf das letzte Jahr konnten wir mit unseren Spenden an vielen Stellen helfen. In 2014 sind insgesamt wieder ca. 30 TEUR an Spenden eingegangen. 16.400 EUR wurden für CESS überwiesen. Damit konnten alle Kosten von CESS, die in Ghana angefallen sind, – begünstigt durch den günstigen Wechselkurs – von uns getragen werden. Derzeit werden ca. 80 Kinder durch CESS unterstützt, 32 sind im letzten Jahr weitgehend als Ersatz für ausgelaufene Patenschaften neu hinzugekommen. Unser Freundeskreis ist unverändert der Hauptträger des Programms, weitere Unterstützer aus Ghana oder anderen Ländern kommen noch nicht hinzu. Wir danken allen, die zum Teil schon seit Jahren das Ausbildungsprogramm unterstützen!

Außerdem konnten mit den Spenden im letzten Jahr die Renovierung der Schule in Abakam und die Fertigstellung der Regenwassersammelanlage in Shama-Kedzi (s.u.) bezuschusst werden. Der Hauptteil der freien Spenden trägt dazu bei, die „Grundkosten“ von CRAN zu tragen. So werden die laufenden Gehälter von den Mitarbeitern, die die sozialen Projekte verantworten, finanziert, Zuschüsse zu Lehrergehältern ermöglicht und die allgemeinen Verwaltungskosten mitgetragen. Neue Projekte können mit dem jetzigen Spendenaufkommen leider nicht begonnen werden.

Dafür ist CRAN immer wieder aktiv, um neue Sponsoren für einzelne Projekte zu finden. Dies ist für die nun in Betrieb genommene Regenwassersammelanlage in Shama-Kedzi gelungen.

Die Sammelanlage entstand bei der Schule, die vor Jahren mit Hilfe von CRAN oberhalb des Dorfes gebaut wurde, um vor Überschwemmungen sicher zu sein. Im Dorf selbst gibt es keine Wasserleitungen und Brunnenwasser hätte aufgrund der Nähe zum Meer einen zu hohen Salzgehalt.

Von den Dächern der Schule wird das Wasser über ein Rohrsystem in das Sammelbecken geleitet. Von dort soll das Wasser in den Tank geleitet werden, aus dem das Wasser entnommen werden kann. Die Anlage ist inzwischen im Einsatz und wird von den Dorfbewohnern gerne genutzt.

Im Versicherungsbereich ist es noch offen, wie es weitergeht. CRAN sucht derzeit eine Zusammenarbeit mit anderen Versicherungen, da sich bisher keine Geldquelle für die erforderliche Sicherheit aufgetan hat, die zur Beantragung einer eigenen Lizenz zum Versicherungsbetrieb erforderlich ist. Daher kann CRAN keine eigenen Versicherungen mehr vermitteln, sondern braucht einen Kooperationspartner. Im Gespräch sind andere Versicherungen aus der Region, die bereits in Ghana aktiv sind, eine Lösung zeichnet sich aber noch nicht ab.

Für den Kleinkreditbereich läuft jetzt die Suche nach privaten Geldgebern an. CRAN Microfinance hat vor kurzem eine unbefristete Banklizenz erhalten, muss aber bis Mitte 2016 die gesetzlichen Auflagen an die Eigenkapitalausstattung erfüllen. Für den Bankbetrieb ist eine Rücklage von 500 Tsd. Cedis (= 125 TEUR) erforderlich, für jede Filiale weitere 100 Tsd. Cedis, ab der 6. Filiale sind 200 Tsd. Cedis gefordert. CRAN hat derzeit ein Eigenkapital von 427 Tsd. Cedis und sechs Filialen. Der ursprüngliche Wachstumsplan sah eine Ausweitung auf 11 Filialen vor. Wenn es gelingt, das Eigenkapital auf 1 Mio Cedis zu erhöhen (= ca. 170 TEUR neue Einlagen gewinnen) und somit 4 der bestehenden Filialen zu sichern, wäre das schon ein Erfolg!

CRAN möchte in die Dörfer gehen, wo bisher keine Banken sind. Sie wollen den Menschen einen Zugang zum Finanzmarkt ermöglichen und sie im Umgang mit Geld schulen. Dies geschieht, um gemäß der Vision von CRAN „Communities without poverty“ die Armut zu verringern.

Wer diese Vision teilt, gerade eine Geldanlagemöglichkeit sucht und sich eine Beteiligung an CRAN Microfinance (zwischen 1.000 und 20.000 EUR möglich) vorstellen kann, kann sich gerne bei mir vormerken lassen. Sobald mir der Beteiligungsprospekt vorliegt, werde ich ihn zusenden. Zusätzlich werden wir über die Homepage informieren. Es wird eine langfristige Beteiligungsmöglichkeit in Form von Vorzugsaktien (mit Dividende) und Schuldverschreibungen (mit fester Verzinsung) angeboten werden.

Typisches Reistal in der Umgebung von Hohoe

In der Volta-Region hat CRAN in den letzten Jahren (2011-2014) sein fachliches Knowhow intensiv bei einem staatlichen Reisprojekt eingebracht. Reis erfreut sich wachsender Beliebtheit in Ghana, allerdings übersteigt die Nachfrage deutlich die eigene Produktion. So muss Ghana pro Jahr für 500 Mio. US-Dollar Reis importieren. Um den Import aus Asien und Amerika zu verringern, soll der eigene Reisanbau bei guten natürlichen Gegebenheiten u.a. in der Umgebung von Hohoe forciert werden. Gleichzeitig soll das Wissen der Bauern erhöht werden und formale Bauerngruppen als Interessensvertretungen entstehen. Dieses Projekt wird von der französischen Entwicklungshilfe bezahlt, für die Umsetzung ist zunächst das ghanaische Landwirtschaftsministerium verantwortlich. Im Laufe der drei Projektjahre trug CRAN zur Gründung von 50 Reisfarmergruppen mit 1.457 Mitgliedern bei, die in 28 Reistälern (Flussniederungen) beheimatet sind.

2015 startet die zweite Projektphase zur Landentwicklung und CRAN hat es geschafft, erneut als Projektpartner dabei zu sein.

In den ersten Jahren hat CRAN im Sinne ihres Mottos „faith with deeds“ (Glauben mit Taten) in den Projektorten auch christliche Gemeinden aufgebaut. Gutes bewirken und den Glauben zu teilen hat für CRAN immer zusammengehört. Inzwischen sind konkrete Pläne entstanden, um in sieben Dörfern in der Umgebung von Cape Coast neue Gemeinden zu gründen. Oftmals gibt es schon einzelne Christen in den Orten, die nächstgelegene Kirche ist aber weit entfernt. Mitarbeiter von CRAN, die zum Teil schon jetzt ehrenamtlich als Pastoren arbeiten, werden sich hier einbringen.

Seit einiger Zeit arbeitet CRAN in der Western Region mit Microsfere, einer kleinen französischen Hilfsorganisation zusammen, die ähnlich wie CRAN arbeitet. Durch unterschiedliche Maßnahmen wie den Aufbau von Bibliotheken, Kleinkredite oder Trainingsprogramme sollen die Lebensbedingungen in mehreren Dörfern verbessert werden. Bei unserem Besuch im Oktober hatten wir die Gelegenheit, an einem Workshop zur Seifenherstellung teilzunehmen. Dabei haben die Frauen des Dorfs gelernt, aus Palmöl und der Asche von Kakaoschalen – beides gut verfügbar – Seife herzustellen, die sie dann in den umliegenden Orten verkaufen können. Eine einfache Möglichkeit, um zusätzlich Geld zu verdienen!

Und hier das fertige Produkt: Seifenbälle in verschiedenen Größen

Und nun noch zuletzt ein paar wichtige Informationen von unserer Seite:

Die Spendenbescheinigungen sind Mitte März versendet worden. Sollte irgendeine Bescheinigung nicht eingetroffen sein, bitte bei mir melden.

Die diesjährige Mitgliederversammlung wird am 31.10. in Lohmar (Rheinland) stattfinden, die weiteren Details sind noch nicht bekannt. Alle Mitglieder werden wie gewohnt extra eingeladen. Wer aus dem Freundeskreis noch hinzukommen möchte, ist herzlich eingeladen und kann die genauen Informationen bei mir erhalten oder auf der Homepage finden.

Für alle, die gerne im Internet einkaufen, sei noch einmal auf bildungsspender.de hingewiesen: Beim Bildungsspender CRAN auswählen und dann über den Bildungsspender den gewünschten Händler aufrufen – und CRAN erhält einen Teil des Kaufpreises!

Herzliche Grüße im Namen des gesamten Vorstands,

Gerd Eibach

Der Kommentar“

Ruth Niedermüller hat als Agrarexpertin des GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, ein Bundesunternehmen) CRAN langjährig bei den landwirtschaftlichen Projekten in der Volta-Region unterstützt. Zum Jahresende ist die Unterstützung ausgelaufen. Als „Entwicklungsprofi“ hat sie uns ihre Sicht auf die Zusammenarbeit von CRAN in Ghana und Deutschland geschildert, die ich hier gerne weitergeben möchte.

„Ich möchte den CRAN Freundeskreis ermutigen, mit CRAN Ghana auch in Zukunft engen Kontakt zu pflegen und CRAN Ghana zu unterstützen und dabei meine ich nicht in erster Linie die finanzielle Unterstützung (obwohl diese natürlich auch hilfreich ist), sondern die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf den verschiedenen Feldern.

Der Wert einer Verbindung und Zusammenarbeit einer afrikanischen zivilgesellschaftlichen Organisation und einer zivilgesellschaftlichen Organisation der Industrieländer besteht meines Erachtens nicht in erster Linie in den finanziellen Transfers, sondern in der Partnerschaft auf Augenhöhe. Eine Partnerschaft von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Afrika/Europa ermöglicht einerseits den Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung und andererseits das Herantragen/Heranführen an die in der westlichen/industrialisierten Welt üblichen Standards in Kommunikation, Organisation, Verwaltung, Finanzen etc. Nach meiner nun mehrjährigen Erfahrung ist es gerade die Unkenntnis bzw. das Nichtbeachten dieser Standards auf afrikanischer Seite, das die Kooperation schwierig gestaltet und Frust auf beiden Seiten erzeugt und auch immer mal wieder dazu führt, dass die eine oder andere Flinte vorzeitig ins Korn geworfen wird. Eine langjährige Partnerschaft zwischen zwei Organisationen fördert gegenseitiges Verständnis und eine Professionalisierung letztendlich auf beiden Seiten und die Integration Afrikas in die „eine Welt“ nachhaltiger als alle Entwicklungsprojekte auf offizieller bzw. Regierungsebene. Ein weiterer Vorteil einer zivilgesellschaftlichen Partnerschaft ist die sehr viel ergebnisoffenere Kooperation: Der Druck, irgendein, nach westlichen Maßstäben nachweisbares Ergebnis (klassisches Beispiel aus der ländlichen Entwicklung: „75% der Kleinbauern erwirtschaften durch das Projekt X ein um 30% erhöhtes Einkommen“) erreichen zu müssen, ist in der Kooperation zweier zivilgesellschaftlichen Organisationen nicht in diesem Maße gegeben; die Organisationen haben die Freiheit, ihre Erwartungen an die lokalen/traditionellen Gegebenheiten anzupassen und auch mal zu scheitern bzw. zu erkennen: so geht’s nicht, wir müssen es anders anfangen. Soviel zur deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit von mir.“